Major Lazer - Guns Don´t Kill People... Lazers Do - Cover
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Major Lazer Guns Don´t Kill People... Lazers Do


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Holla die Waldfee! Solch ein herrlicher Schwachsinn wie er im Begleittext zu „Guns don´t kill people...lazers do“ abgedruckt ist, durfte schon lange nicht mehr auf dem Schreibtisch landen: Von einem jamaikanischen Soldaten ist die Rede, der seinen Arm im geheimen Zombiekrieg von 1984 (!) verloren und nun unter dem Kommando des US Militär experimentelle Laser als Prothese bekommen hat (!!). Als geheimer Spitzel betreibt er einen Nachtclub in Trinidad und hat seine guten Freunde Diplo und Switch (die beiden DJs und Produzenten Wesley Pentz und Dave Taylor) angeheuert um ihn bei seiner Mission zu unterstützen und als Deckung eine LP für ihn zu produzieren, während er eigentlich gegen Vampire und diverse Monster mit seinem raketenbetriebenen Skateboard kämpft (!!!). Willkommen in der abgedrehten Welt von Major Lazer!

Wie es sich also für eine ordentliche Ablenkung gehört, muss diese gut genug sein um nicht aufzufliegen und die Herrschaften Diplo & Switch haben ihre Arbeit mit dem ersten gemeinsamen Longplayer besonders gut hinbekommen. Ein wildes Potpourri aus Electro-Beats, Dancehall, Hip Hop, Dub, Reggae, Soul, Afropop und R&B gemischt mit den wildesten Samples der letzten Jahre, die neben vibrierenden Handys, jammernden Babies, lustvollem Stöhnen, bis zur Unkenntlichkeit verzogenen und verzerrten Vocals und einigen 8bit-Sounds noch unzählige andere Spielereien beherbergen, legen zwar einen ungefähren Rahmen für die extrem tanzbare Erfahrung namens Major Lazer, aber erlebt haben muss man sie auf jeden Fall mit eigenen Ohren bzw. mit dem ganzen Körper, was angesichts der treibenden Beats nicht schwer sein dürfte.

Außerdem: Wo sich ein Rapper vielleicht von ein paar seiner engsten Hip Hop-Kollegen featuren lässt, gibt es auf „Guns don´t kill people...lazers do“ im jeden Song einen oder mehrere Gastauftritte, die sich allerdings nie im Wege stehen, sondern der Platte einen wunderbar eigenwilligen Stempel aufdrücken. Hervorzuheben sind abgesehen von einer gewissen Kurzweiligkeit besonders das Dancehall-Inferno „Keep it goin´ louder“ mit Nina Sky und Ricky Blaze, die herrlich skurille (und verdammt flott ins Ohr gehende) Kifferhommage „Mary Jane“, wo nicht nur Trompeten den Takt angeben, sondern auch Mr.Evil und Mapei und „Jump up“, dessen partytaugliche Intention wohl nicht näher erläutert werden muss. Für die Tanzbodenfeger unter uns ist die gute Dreiviertelstunde, in der Major Lazor seinen Erstschlag gegen feindliche Monster locker ausführen kann, also genau richtig um im heimischen Wohnzimmer mal wieder die Sau raus zu lassen. Bleibt nur noch zu sagen: Die Lautstärke unbedingt ganz nach rechts drehen und die Hüften kreisen lassen!

Anspieltipps:

  • Jump Up
  • Mary Jane
  • Anything Goes
  • Keep It Goin´ Louder

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