K.C. McKanzie - Dryland - Cover
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K.C. McKanzie Dryland


  • Label: T3 Records/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Direkt aus der Bundeshauptstadt kommt eine junge Singer/Songwriterin, der man rein musikalisch eine ganz andere Herkunft andichten würde. Der Name K.C. McKanzie verschleiert ohnehin gekonnt die Abstammung und die Mischung aus Country, Folk und Americana, welche die Berlinerin auf ihrem neuesten Album „Dry land“ vorlegt, erledigt den Rest, sodass niemand bei den ersten Klängen an ein Produkt aus deutschen Landen denken und eher auf Nashville oder New Orleans tippen würde. Doch unglaublich, aber wahr, die Dame ist kein Import, sondern bestenfalls ein ebenbürtiger Export für den weltweit boomenden Songschreiber-Nachwuchs.

Dabei wandelt Miss McKanzie gesanglich auf den Spuren von Joni Mitchell, Aimee Mann oder Beth Orton anstatt kreuzbrave Popsongs zu schreiben und gefällt durch eine meist spärliche Instrumentierung, die sie selber mit Gitarre und Banjo veredelt oder sich dabei durch ihren langjährigen Mitmusiker Joe Budinsky an Kontrabass, Schlagzeug oder perkussiven Instrumenten unterstützen lässt. Gelegentlich schaut ein Cello oder ein Piano vorbei, im Prinzip ist aber jedes Instrument nur eine kleine Facette im düster-nebelverhangenen Kosmos der Berlinerin.

Selten gibt es lautstarke Ausbrüche („Battlefields“, „Mirrors, spoons and bottles“, „Shades & light“) und wenn dann brennen sie sich sofort ins Gehör und sorgen für nachhaltige Aha-Momente, die inmitten des melancholischen Liederreigens zwar spärlich gesät, dafür aber umso eindrucksvoller in Szene gesetzt sind. Paradigmatisch hierfür wäre die Western Saloon-Atmosphäre in „Not the loving kind“, die auf eine scheinbar ruhige Bridge zusteuert, welche von nervös angeschlagenen Streichern durchbrochen wird, oder „To the ground“, das anfangs schwerfällig umher taumelt um kurzerhand in eine aufbegehrende Eruption zu ufern, die das Geschehen auflockert.

Abgesehen von einigen nicht vollständig zu Ende gedachten Songideen bzw. Blaupausen („Machingunfire“, „The shabby bride“) macht K.C. ihre Sache mehr als ordentlich und gefällt als schwermütige Geschichtenerzählerin („To the ground“, „Man of gentle birth“, „Into the killerstorm“) genauso wie als aufgeweckte Country/Folk-Interpretin („Dry land“, „The preacher´s wife“). „Dry land“ ist also daher all jenen zu empfehlen, die glauben es gäbe keine selbstständig agierenden Musiker in Deutschland, denn mit MacKanzie gibt es mindestens eine verdammt Gute.

Anspieltipps:

  • Battlefields
  • To The Ground
  • Man Of Gentle Birth
  • Not The Loving Kind
  • Mirrors, Spoons And Bottles

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