Steve Vai - Where The Wild Things Are - Cover
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Steve Vai Where The Wild Things Are


  • Label: Favored Nations
  • Laufzeit: 78 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon wieder eine Live-CD? Zuletzt arbeitete Steve Vai mit dem holländischen Metropole Orchester und hat zu diesem Ereignis die „Sound Theories“-CD herausgebracht. Anstatt sich an die Arbeit zum nächsten Studioalbum zu machen, hat sich der Gitarrengott entschieden eine neue Band zusammenzustellen und auf Tour zu gehen. Beflügelt von der Orchestererfahrung stellt er sich einen männlichen Geiger (Alex DePue) sowie eine weibliche Geigerin (Ann Marie Calhoun) zur Seite, die auch die Keyboards bearbeiten, und umgibt sich mit weiteren hervorragenden Musikern. Er hat eben ein Gespür dafür. Seit vielen Jahren dabei ist der Gitarrist Dave Weiner, etwas kürzer Jeremy Colson am Schlagzeug und neu ist Bryan Beller, der seinen Job am Bass hervorragend gestaltet.

Die Musik ist komplex, aber doch die Ohren schmeichelnd, auf Dauer anstrengend und trotzdem faszinierend. Der Geist von Frank Zappa schwebt immer in den Kompositionen von Vai. Sehr ins Ohr gehend sind das härtere „Oooo“ und der bluesige Klassiker „Tender Surrender“. Seine Fingerfertigkeit auf der Gitarre beweist er oft genug, egal ob in „Building The Church“, „Freak Show Excess“ oder „Die To Live“. Steve zeigt auch, dass er klasse Lieder im Repertoire hat, die unter die Haut gehen, wie das melodische „All About Eve“, in dem er sogar zum Mikrofon greift. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Satriani kann er einigermaßen singen, auch wenn er seine Stimme nur sehr selten einsetzt. Besonders gut gelungen ist die Aufführung von „Angel Food“ und „Taurus Bulba“, zwei Teilen aus der „Fire Garden Suite“, die im Gegensatz zur DVD direkt aufeinander folgen. Zum Abschluss gibt es noch ein kurzes Gitarrenstück, das auf der DVD als Abspann zu hören ist.

Natürlich ist der Mann mit dem Hang zu seltsamen Kostümen im Zentrum des Geschehens, ein wahrer Entertainer, der aber nie vergisst mit seinen Mitmusikern zu interagieren und sie ab und an in Szene zu setzen. Leider kommt dies auf der CD zu kurz, denn der von ca. 160 auf 78 Minuten verkürzten Länge des Konzerts sind einige schöne Momente zum Opfer gefallen. Beispielhaft „The Crying Machine“, das durch einen schönen Dialog zwischen den Geigen und der Gitarre auf der DVD Auge und Ohr erfreut. Des Weiteren die lustigen Kommentare, ein Schlagzeugsolo, Daves Musikstück, ein Gefecht der beiden Geigen und und und. Das Hauptproblem ist damit schon angesprochen. Nach dem Konsum der DVD fehlt einem die optische Opulenz, die der Showman Vai aufs Parkett in Minneapolis zaubert. Seine Taktik ist dem Publikum so viel zu bieten wie möglich und davon kann man sich nur live oder auf der DVD überzeugen. Ohne die Vorbelastung des visuellen Konzerts ist die Auswahl der Songs, als auch der Sound sehr gut.

Anspieltipps:

  • Oooo
  • Tender Surrender
  • All About Eve
  • Angel Food
  • Taurus Bulba

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