Creed - Full Circle - Cover
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Creed Full Circle


  • Label: Wind-Up/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die christliche Rockband Creed hat die Musikfans schon immer in zwei Lager gespalten: Zu viel Pathos in den Texten und zu viele Balladen führten dazu, dass „echte“ Rockfans die Mannen um Sänger Scott Stapp verschmähen. Doch den Nerv der Zeit trafen sie offensichtlich: Seit 1995 verkauften Creed sagenhafte 24 Millionen CDs. 2004 trennten sich Scott Stapp, der solo weitermachte, Mark Tremonti, Brian Marshall und Scott Philips im Streit. Die Restband machte unter dem Namen Alter Bridge durchaus erfolgreich weiter, bis Stapp und vornehmlich Brian Marshall ihren Zwist begruben, der auch auf Drogenprobleme zurück zu führen war. Gemeinsam spielte man nun das neue Creed-Werk „Full Circle“ ein.

Howard Benson fungierte als Produzent, der eine Bandbreite von reiner Pop- bis zu deutlich härterer Metal-Musik vorweisen kann. So betreute er neben Kelly Clarkson auch schon Motörhead, um nur zwei Namen aus seiner langen Liste herauszupicken. Böse Zungen behaupten ja, dass Alter Bridge die besseren Creed sind, aber so ganz kann man dem nicht zustimmen. Scott Stapps unverwechselbare Stimme, die charismatisch und energisch klingt und so manchen Song rettet, hat einem schon gefehlt, auch wenn Alter-Bridge-Sänger Myles Kennedy ebenso seine Qualitäten besitzt.

Das Laut-Leise-Prinzip haben Creed schon fast zur Perfektion getrieben, aber es kommt nicht von ungefähr, dass ihre Powerballaden am erfolgreichsten waren. Doch auf „Full Circle“ versuchen sie zuerst an alte Härte anzuknüpfen, nur besitzen diese Tracks einen Nachteil: Sie klingen gezwungen hart, sind fast melodienfrei und rauschen am Hörer vorbei. Die guten Songs sind wie früher fast ausschließlich die sanften Rocker wie „Away in silence“, „A thousand faces“ oder „Time. Die Gitarrenriffs werden nicht wahllos vorgetragen und Rockmusik trifft auf echte Gefühle. So hat zum Beispiel der Song „On my sleeve“ für Texter Scott Stapp einen sehr persönlichen Bezug, denn er thematisiert seine Verletzlichkeit, deren gefährliche Seiten er dank der Hilfe seiner Familie überwunden hat.

„Rain“ überrascht dagegen total: Hier wird fast lupenreine Popmusik gereicht, was in der Tat nicht schlecht klingt. Wer hätte das gedacht? Dennoch stellt die Musik der wiedervereinten Creed nicht mehr als ein solides Comeback dar, bei dem die Gitarrenfraktion streckenweise etwas zu barsch durch schwachbrüstige Songstrukturen brettert. Somit erreichen die Jungs nur in wenigen Ausnahmen den Glanz früherer Tage – oder wie Creed-Hasser sagen würden: Endlich zeigen sie wie durchschnittlich sie wirklich sind...

Anspieltipps:

  • Rain
  • Away in Silence
  • Time
  • A Thousand Faces

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