Scar Symmetry - Dark Matter Dimensions - Cover
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Scar Symmetry Dark Matter Dimensions


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Bands, die schaffen es, verschiedenste Stile miteinander zu kombinieren und innerhalb einer Platte so zusammenzufügen, dass dabei ein packender Genre-Cocktail heraus kommt. Auch Scar Symmetry gelüstet es nach eben solcher Abwechslung: Progressive Melodic Death Metal nennt sich das muntere Hin und Her auf dem inzwischen vierten Album der Band. Dabei werden melodische Bridges und Refrains mit Death-Metal-Growls vermischt, flotte Metal-Riffs treffen auf heulende Soli, die stark nach Glam-Rock schreien. Dazu kommt ein 80er-Synthie-Pop-Keyboard, das im Zusammenhang mit den cleanen Vocals seltsamerweise an altbackenen Stadionrock erinnert. Da muss man erstmal schlucken. Kann das auf Albumlänge funktionieren?

Der wilde Stilmix der inzwischen zu einem Sextett gewachsenen Band hinterlässt beim Hörer einen eher gemischten bis negativen Eindruck. Nachdem Sänger Christian Älvestam die Band verließ, holte sich die Band um Jonas Kjellgren (Gitarre), Per Nilsson (Gitarre), Kenneth Seil (Bass) und Henrik Ohlsson (Schlagzeug) gleich zwei neue Leute ans Mikrofon: Roberth Karlsson für die Growl-Passagen, Lars Palmquist für den cleanen Gesang. Leider sitzt genau hier eines der Hauptprobleme des Albums: Es bleiben zwar ein paar melodische Teile im Kopf („The Iconoclast“), aber die Growl-Parts wirken im Angesicht der teilweise lieblichen Melodien irgendwie ein bisschen albern und regen hin und wieder tatsächlich zum Schmunzeln an. Die Musik von Scar Symmetry funktioniert also am besten, wenn innerhalb eines Songs der Schwerpunkt entweder auf knüppelhartes Riffing und Growls („Frequency-Shifter“) gelegt wird oder die Gesangspassagen nicht zu kitschig-hymnenhaft geraten (positiv: „Radiant Strain”) – und das passiert leider viel zu selten.

Der wahnsinnige Gesang von Roberth Karlsson bei „Ascension Chamber” macht so richtig Laune und funktioniert eben genau deshalb so gut, weil die melodischen Teile wegfallen. Bei dem ersten Song „The Iconoclast” gelingt das eigenwillige Zusammenspiel ausnahmsweise richtig gut und bei „Noumenon and Phenomenon” liefern sich die beiden Sänger in den Strophen ein krasses Duell, aber der Refrain outet sich dann als schreckliche Stadionrock-Hymne. Bei „Mechanical Soul Cybernetics” fällt das Keyboard-Geklimmper dann besonders übel auf, das hätte nicht sein müssen. So hinterlässt fast jeder Song auf „Dark Matter Dimensions“ einen irgendwie gespaltenen Eindruck. Für Death Metal ist das ganze viel zu poppig, für alle anderen dann aber schon wieder zu hart. Kein Wunder, das die Band in der Szene einen eher schweren Stand zu haben scheint. Da stellt sich einem manchmal doch schon die Frage: Wer soll sich das anhören?

Anspieltipps:

  • The Iconoclast
  • Ascension Chamber
  • Radiant Strain

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