Zeep - People & Things - Cover
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Zeep People & Things


  • Label: Crammed Disc
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zeep sind zurück! Nie gehört? Kein Wunder! Chris Franck und Nina Miranda sind eher ein Insel-Phänomen und allein dieser Fakt zeigt schon, dass ihre Wirkung auf die größere Menge der Hörerschaft wohl doch nicht so dominant war, wie es die englische Presse gerne hätte. The Times nennt ihr Debüt gar das Album des Jahres 2007 und jetzt kommt das neue Werk „People & Things“ und da versteht sich, dass das Album natürlich wieder der Bringer schlechthin sein muss. Pop vom Feinsten wird versprochen, der abwechslungsreich, ideenreich und halt ganz toll sein soll. Dann wird noch eine Liste von Musikern aufgezählt, von denen man noch nie gehört hat, aber mit denen Zeep schon zusammengearbeitet haben. Das ist natürlich so aussagekräftig, dass kein Gegenargument zu bringen ist.

Im Ernst, die Musik des Duos soll sprechen und nicht die Erinnerungen an ihr letztes Album. Und was sagt die Musik? Nun, einfallsreich und anders ist der Auftakt „Elasticated Master Peace“ bestimmt und entspannt dazu, jedoch machen Zeep auch gleich klar, dass sie nicht hier sind, um Höhepunkten nachzujagen, sondern um sich und ihre Musik zu genießen und in der Tat: Der Opener lädt zum genießen ein. Der Geist der Band erinnert ein wenig an The Good, The Bad & The Queen, zumindest was die Wirkung der Musik angeht. Hier werden keine Singles produziert, sondern diverse Eindrücke zur Musik.

Auch „Desert“ mit seiner Südlandgitarre hält wach und gibt entspannten Zündstoff für die Ohren. Das ist Art-Pop, der sich alten und neuen Elementen der Popmusik verschreibt. Auf diesem Niveau ist das Gehype plötzlich gar nicht mehr so fehl am Platz. Tatsächlich geht es so entspannt und angenehm weiter. „Hidden Surprises“ ist genauso gewöhnungsbedürftig, wie der Opener, doch das gibt sich und so bleibt am Ende nur, sich zurückzulehnen und zu genießen. Erst „Light Your Touch“ wird dann teilweise zu langsam und rettet sich dann wieder durch Soul-Einschübe. Vielschichtigkeit ist der absolute Schlüssel auf dieser LP und scheint wirklich jeden Track zumindest auf das Niveau „Gut“ zu heben.

Damit nicht Langeweile aufkommt, ertönt danach noch ein wenig Bossa Nova und dazu noch Dub. Wenn es sonst nichts ist. Hier zeigt sich allerdings, das die Instrumentalisierung zwar einsame Spitze ist, Mirandas Stimme sich allerdings nicht ganz so wandlungsfähig zeigt. Selten passt sich ihre Stimme der Stimmung so an, wie im aufgeweckten „Heads You Win“, das ebenfalls nicht ohne Latin-Einfluss bestehen kann. Gerade gegen Ende des Albums zeigt sich die Vorliebe für den Bossa Nova. Die vielen Einflüsse sorgen dafür, dass das Album wirklich Spaß macht und am Ende segeln die beiden Musiker auch in ganz sicheren Gewässern. Kein Anzeichen von Unsicherheit oder fehlender Atmosphäre. Da passt alles und ein wirklich angenehmer Hörausflug endet, nach anfänglichen Turbulenzen.

Anspieltipps:

  • Desert
  • Heads You Win
  • Lazy

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