Slayer - World Painted Blood - Cover
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Slayer World Painted Blood


  • Label: American/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„World Painted Blood“ ist Slayers vertonte Variante einer bevorstehenden Apokalypse. Sehr schön!

Diesmal hat die Wartezeit zwischen zwei Slayer-Alben „nur“ etwas mehr als drei Jahre gedauert. Das dürfte bei den Fans bereits vor dem ersten gehörten Ton von „World Painted Blood“ Dankbarkeit auslösen. Denn wer weiß, wie lange die Band überhaupt noch weitermacht, nachdem Sänger und Bassist Tom Araya nicht zum ersten Mal verkündet hat, eigentlich keine Lust mehr auf den ganzen Zirkus zu haben. Aber keine Sorge! Noch gibt es die kalifornischen Thrash-Veteranen und sie haben mehr zu sagen denn je.

„World Painted Blood“ ist Slayers vertonte Variante einer bevorstehenden Apokalypse. Sehr schön! Schon damit werden Erwartungen erfüllt, weil sich daraus konzeptionell ergibt, dass Musik und Texte – im Prinzip wie immer bei den Herrn von Slayer – kein Zuckerschlecken für den geneigten Hörer darstellen. Aber genau das verlangt der Fan von Slayer: Wut, Hass, Blut, Kotze und kompromissloses Auf-die-Zwölf-Geballer. Doch im Gegensatz zu den vielen Nachwuchs-Kapellen aus der Modern-Thrash-Ecke, wird diese Gewaltorgie in „richtiges“ Songwriting verpackt, das mit progressiven Strukturen durchsetzt ist und absolutes Können an den Instrumenten voraussetzt.

Dazu gehört auch eine knochentrockene Produktion, die das Tempo und die Härte der Songs so einfängt, als würde – nicht wie bei Kollege Lars Ullrich von Metallica – ein Drumkit die Kellertreppe hinunter gestoßen werden. Gar nicht so einfach, nachdem Stammproduzent Rick Rubin (Gossip, Slipknot, Linkin Park) wegen seiner parallelen Metallica-Verpflichtungen („Death Magnetic“) wie schon beim Vorgänger „Christ Illusion“ (2006) nur wenig Zeit für Slayer hatte. Deshalb griffen diese auf Rubins Empfehlung auf den Toningenieur Greg Fidelman (Slipknot, P.O.D., Metallica, Marilyn Manson) als Produzent zurück.

Greg Fidelman sorgte mit seiner Erfahrung für einen druckvollen Sound, der trotzdem zu 100% als Old School durchgeht. Das ist allein schon deshalb wichtig, damit die Fans bei ihren Diskussionen über die neuen Songs Vergleiche mit den großen Klassikern aus dem Backkatalog der Thrasher heranziehen können. Und solchen Gegenüberstellungen sollten nicht wenige „World Painted Blood“-Tracks in der Tat locker standhalten! Das fängt beim unglaublich abwechslungsreichen Opener und Titeltrack an, geht über extrem durchdringende Thrash-Granaten wie „Hate worldwide“ und „Public display of dismemberment“, schließt Überschall-Abrissbirnen wie „Unit 731“ und mystische Midtempo-Groover wie „Beauty through order“ ebenso mit ein und liefert dazu immer wieder bissiges Riffing, quälende Gitarrensoli und einen böse bellenden Tom Araya („Killing is my future, murder is my future“) wie im Song „Snuff“.

Damit steht fest: Was vor drei Jahren mit dem Quasi-Comeback „Christ Illusion“ sehr überzeugend begann, wird auf „World Painted Blood“ fortgesetzt und sogar getoppt. Der Hörer erlebt Slayers Rückkehr zu alter Klasse á la „Reign In Blood“ (1986) oder auch „Seasons In The Abyss“ (1990), wobei der Band dies scheinbar mühelos gelingt. Grenzenlose Härte mit ungeheurer Leichtigkeit eingespielt – oder wie Drummer Dave Lombardo sagt: „eine Speed-Metal-Platte mit Gefühl“.

Anspieltipps:

  • Snuff
  • Americon
  • Not of this god
  • Hate worldwide
  • Playing with dolls
  • World painted blood
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