Revocation - Existence Is Futile - Cover
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Revocation Existence Is Futile


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Endlich mal wieder eine Band, die ihren Status als beste vertraglose Band verdient hat. Revocation aus Boston legten mit dem im letzten Jahr aus eigener Tasche bezahlten „Empire of the obscene“ nämlich nicht nur eine technische Thrash-Breitseite vor, an deren kompakte Spielweise, Breaks, Doublebass-Salven und energiegeladener Power-Attitüde selbst einige länger im Geschäft tätigen Kapellen nicht so schnell herankommen, sondern angelten sich damit außerdem einen Vertrag beim begehrten Extremitäten-Label Relapse. Mit diesem starken Partner im Rücken dürften David Davidson (Gesang, Gitarre), Anthony Buda (Bass) und Phil Dubois (Schlagzeug) nun einen ordentlichen Adrenalinschub bekommen haben, denn ihr offizielles Debüt „Existence is futile“ rammt einfach alles in Grund in Boden, was sich ihm in den Weg stellt.

Müssten Blaupausen für den wuchtigen Donnerknüppel des Dreiers gefunden werden, Exodus, Slayer, Kreator, Megadeth oder Nevermore wären die wohl auffälligsten Parallelen im geschmackssicheren Kosmos von Revocation. Doch Davidson & Co. spielen nicht stur ein stimmiges Best Of der genannten Bands hinunter, nein, sie verfeinern die würzige Suppe mit ganz eigenen Zutaten und einer ordentlichen Prise Fingerspitzengefühl. So schneiden sich die Gitarrensalven mit deftigen Trümmerriffs ins Fleisch und schreien unentwegt nach mehr Thrash, während Drummer Dubois überhaupt keine Leine zu besitzen scheint und seinen Aggressionen in einem zerstörerischen Mix aus Todesblei und technischem Heavy Metal freien Lauf lässt. Wer nach dem bereits äußerst genialen und zügig an Dynamik zunehmenden Opener „Enter the hall“ nicht seine Einrichtung demoliert hat, mit heruntergeklapptem Kiefer seine Boxen anstarrt oder zumindest mit flinken Fingern über die Luftgitarre geflitzt ist, sollte vielleicht mal seine Geschmacksnerven überprüfen.

Im Anschluss jagen Revocation den Hörer in den zehn Stücken zwar vorrangig „nur“ durch eine stete Abwandlung von Death und Thrash und legen in den verschachtelten Songs mehrere Falltüren und progressive Abzweigungen mit Hilfe von Doublebass-Eruptionen, Breakdowns oder hasserfüllten Prügeleinheiten aus, doch in welchem Ausmaß die Bostoner einem auf das Album verteilt eine in die Fresse geben, ist dennoch schwer in Worte zu fassen, da anbetungswürdige Soli beinahe in jedem Track zu finden sind und die Verbindung aus Mosh-Parts, brutalen Prügelattacken und den derben Shouts und Growls von Davidson, sowie die Anlehnung bei weiteren Metal-Spielarten (das Instrumental „Across forests and fjords“ bedient sich ausgiebig beim Black Metal und hin und wieder schauen ein paar reinrassige Metalcore-Parts vorbei) dermaßen ungezwungen vonstatten geht, dass erst ein paar Hördurchgänge benötigt werden um dem Handlungsverlauf hundertprozentig folgen zu können. Zusammen mit den Jungspunden von Lazarus A.D. und ihrem Debüt „The onslaught“ (02/2009) bilden Revocation jedenfalls eine neue Generation von Metalbands, deren Kompositionen (mit Sicherheit bald) locker neben den großen Klassikern des Genres bestehen können.

Anspieltipps:

  • Enter The Hall
  • Existence Is Futile
  • The Brain Scramblers
  • Dismantle The Dictator
  • Across Forests And Fjords

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