Baroness - Blue Record - Cover
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Baroness Blue Record


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Baroness nehmen mit diesem Album neben Mastodon eine wichtige Position im Metalbereich ein.

Die hochgelobten Baroness kehren nach zwei Jahren mit ihrem zweiten vollständigen Album zurück auf die Bild- oder eher Hörfläche. Das erste trug den Titel „Red Album“ und das zweite nun „Blue Record“. Was kommt als nächstes, etwa „Green Notes“? Das klingt dann wohl ein wenig zu sehr nach Umweltaktivismus. Nicht nur der Titel des Albums ist an den Vorgänger angelehnt, auch das Artwork zeigt wieder zwei weibliche Gestalten, die diesmal nicht von Mohnpflanzen und Käfern, sondern Algen und Fischen geziert werden.

Ein wenig hin und her gerissen bin ich von dem neuen Werk der Amerikaner. Auf der einen Seite schütteln sie richtige Kracher aus den Ärmeln, auf der anderen aber findet man einige unfertig wirkende oder völlig unpassende Stücke. Waren sie etwa noch nicht so weit für ein vollständiges Album? Wie kann man sich sonst das akustische, geradezu banale, „Steel That Sleeps The Eye“ erklären, das einfach nicht zum Rest passt. Genauso die beiden Sandwich-Toastscheiben „Bullhead’s Psalm“ und „Bullhead’s Lament“, zwischen denen sich der Inhalt des Albums befindet. Beide sind instrumental und mit derartig zuckersüßen Gitarrenriffs versehen, wie man sie bei Baroness nicht hören möchte. Ganz zu schweigen davon, dass sie stark an Metallicas „Orion“ erinnern. Subtrahieren wir diese und weitere unnötige kurze Stücke, kommen wir auf eine Spielzeit von ca. 34 Minuten. Das eher nach einer EP.

Kommen wir nun zum guten Teil des Albums. „Swollen And Halo“ ist so ein angesprochener Kracher. Das Schlagzeug donnert schön, die Riffs peitschen mal härter mal melodischer, so machen Baroness Spaß. Das ändert sich nicht, wenn coole Soli und plötzliche Rhythmuswechsel in „A Horse Called Golgotha” dazukommen oder Sprachsamples in „O'er Hell And Hide” eingesetzt werden, das übrigens zum Ende richtig übersteuert klingt. Die Musik prescht meist ordentlich nach vorne, nimmt sich aber auch teilweise bluesrockige Auszeiten, wie in „The Gnashing“. Ach, wenn bloß das ganze Album dieses Niveau hätte halten können. Seltsamerweise haben Baroness die Stoner-Rock-Einflüsse aus ihrem wilden Mix der Stile zurück geschraubt. Schade eigentlich. Aber auch so nehmen sie neben Mastodon eine wichtige Position im Metalbereich ein, eine Schnittstelle zwischen Stoner Rock, Sludge und Progressive Metal. Hoffentlich klingt ihr nächstes Album wieder runder und vollständiger.

Anspieltipps:

  • Jake Lag
  • Swollen And Halo
  • A Horse Called Golgotha
  • The Gnashing

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