Converge - Axe To Fall - Cover
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Converge Axe To Fall


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte haben Converge nichts von ihrer beängstigenden Aggressivität eingebüßt.

Der Genuss einer Converge-Platte ist manchmal wie dem penetranten Geräuschpegel eines Schredders zuzuhören. Wirklich alles wird kurz und klein gehackt. Das Schlagzeug wird in seine Einzelteile zerlegt und fliegt einem bedrohlich um die Ohren, während sich Gitarre und Bass schon längst zu einem entstelltem Etwas in der Ecke aufgetürmt haben. Und ist das eigentlich eine menschliche Stimme, die sich da aus den Boxen quält? Was dieses Gerät da wieder ausspuckt, ist dabei nichts anderes als das wohl abgefahrenste Hardcore-Punk-Geschredder, das man weit und breit ausfindig machen kann. Bezeugen kann dies einmal mehr das an die „Saw“-Reihe erinnernde Video zum Song „Axe To Fall“ vom gleichnamigen neuen Album.

Dass die Musik dabei kein stumpfes Herumbolzen ist, haben Alben wie „Jane Doe“, das als Klassiker des Genres gilt, bereits eindrucksvoll bewiesen. Keine Refrains, höchstens schwer erkennbare Strukturen, unglaublich aggressive und schnelle Songs – ein striktes Ausloten der musikalischen Härtegrenze machen auch diese 40 Minuten wieder zu einem unheimlich intensiven Hörerlebnis. Galoppierend holen Schlagzeug (Ben Koller) und Bass (Nate Newton) zum Beginn von „Dark Horse“ zum großen Schlag aus, bevor Kurt Ballous' Gitarre nach wenigen Sekunden ordentlich nachtritt und Jacob Bannon sie mit entstellt-schreiender Stimme zusätzlich anfeuert.

Diese unbändige Geschwindigkeit gipfelt in dem von allen Sinnen entfesseltem Titeltrack. Erst dann wird mit „Worms Will Feed/Rats Will Feast” etwas Tempo herausgenommen. Das Gefühl von Sicherheit soll dem Hörer jedoch zu keinem Zeitpunkt vermittelt werden, auch wenn das schrammelige „Damages” nie vollkommen ausrastet. Die kompromisslose Technik-Darbietung soll mit dem chaotischen „Dead Beat” oder dem thrashigen „Cutter” seine Fortsetzung finden. Zum Ende überraschen Converge dann doch: Der sich brodelnd vorwärts schleppende Lavaschwall „Cruel Bloom” (mit Klavier!) führt das Album zum fast schon schaurig-schönem Post-Metal von „Wretched World”, mit dem das Album schließlich beendet wird.

Auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte haben Converge nichts von ihrer beängstigenden Aggressivität eingebüßt. Die Fusion aus Punkrock, Hardcore und einem Schuss Metal überzeugt trotz wenig bemerkbarer Weiterentwicklung auch auf dem siebten Album restlos. Einen dermaßen intensiven Trip hauen einem nur die wenigsten Bands um die Ohren. Mit vielen Gastmusikern wie zum Beispiel Neurosis-Sänger Steve von Till („Cruel Bloom”) oder Mookie Singerman von Genghis Tron („Wretched World”) zeigt das Quartett auch im Jahre 2009, wer hier die größte Axt zum Fallen bringt.

Anspieltipps:

  • Dark Horse
  • Dead Beat
  • Cutter
  • Cruel Bloom
  • Wretched World

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