Soundtrack - Twilight: New Moon - Cover
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Soundtrack Twilight: New Moon


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Spitzenplatzierungen in unzähligen Album-Charts, darunter mehr als ein halbes Dutzend erste Plätze, Gold- bzw. Platin-Status in zahlreichen Ländern und ein vorher kaum absehbarer Mega-Hype. Was sich wie die Bilanz von echten Genre-Größen liest beschreibt in Wahrheit den Soundtrack zu „Biss zum Morgengrauen“, dem ersten Teil der Twilight-Saga. Angeführt von der mit zwei Songs vertretenen Band Paramore wurde die CD zu einem bemerkenswerten Verkaufsschlager, der bis heute weltweit mehr als 2 Millionen Käufer gefunden hat. Genauso wie vor einem Jahr erscheint auch die CD zu „Biss zur Mittagsstunde“ (engl. Titel: „New Moon“) einige Wochen vor dem Kinostart und kann mit einigen prominenten Interpreten aufwarten.

Der Titelsong „Meet Me On The Equinox“ kommt diesmal von Death Cab For Cutie und ist noch ein gutes Stück ruhiger und mainstreamtauglicher als Paramores „Decode“, die Lead-Single von „Biss zum Morgengrauen“. Schlecht klingt der Song nicht, dem Material auf den regulären Longplayern der Amerikaner ist er aber dennoch größtenteils unterlegen. Neben 14 weiteren mal starken (Anya Marina - „Satellite Heart“), mal schwächeren (Lykke Li – „Possibility“) Songs darf auch Muse, eine der Lieblingsbands von Stephenie Meyer, mit „I Belong To You“ wieder einen Titel beisteuern. Käufer von „The Resistance“ (2009) dürfte der Track allerdings sehr bekannt vorkommen, bei dem „exklusiven New Moon Remix“ handelt es sich in erster Linie um eine leicht abgewandelte und stark gekürzte Version des Originals – dennoch gehört der Song zweifellos zu den Highlights des Albums.

Vollkommen überflüssig ist dagegen der abschließende Bonus-Track „Es Tut Wieder Weh“ der Berliner von Jennifer Rostock. Eingebaut wurde dieser Song wohl als kleines Zugeständnis an die deutsche Hörerschaft, er passt allerdings allein schon aufgrund der deutschen Sprache so schlecht ins Gesamtbild, dass es seine einzige Leistung bleibt, „New Moon“ von Alexandre Desplat auf den vorletzten Platz zu verdrängen. Dessen gefühlvolles Klavier-Solo hätte im Grunde genommen einen perfekten Schlusstrack abgegeben, auf der deutschen Version bleibt ihm diese Rolle aber leider verwehrt.

Doch trotz dieser Kritikpunkte wird „Twilight New Moon“ aller Wahrscheinlichkeit nach genauso wie der Vorgänger ein kommerzieller Erfolg – selbst ein etwas paradox wirkendes Begleitbuch zur Verfilmung der Twilight-Romane lässt sich problemlos in riesigen Auflagen absetzen. Wie viel Soundtrack und wie viel Marketing in dieser CD steckt lässt sich vor der Premiere des zugehörigen Films nur schwer beurteilen, in erster Linie soll das Album aber zweifelsohne den unzähligen Fans die Wartezeit versüßen und sie auf den anschließenden Kino-Besuch einstimmen. Der neutrale Musik-Fan erhält dagegen nur eine Ansammlung von Exklusiv-Tracks, die sich vor allem in zwei Kategorien einteilen lassen: Auf der einen Seite für ihre Verhältnisse eher durchschnittliches neues Material von Größen wie Black Rebel Motorcycle Club oder The Killers und als Dreingabe jede Menge Songs von verhältnismäßig unbekannten Bands – vielleicht wird der ein oder andere dabei ja zum Kauf eines entsprechenden Albums animiert.

Anspieltipps:

  • Death Cab For Cutie – Meet Me On The Equinox
  • Anya Marina – Satellite Heart
  • Muse – I Belong To You (New Moon Remix)
  • Alexandre Desplat – New Moon (The Meadow)

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