Grant-Lee Phillips - Little Moon - Cover
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Grant-Lee Phillips Little Moon


  • Label: Yep Roc Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl sich die amerikanische Indie-Kapelle Grant Lee Buffalo bereits vor zehn Jahren trennte, prangt auf den Soloalben des ehemaligen Sängers, Gitarristen und Songschreibers Grant-Lee Phillips (46) immer wieder bzw. noch der Hinweis auf seine Ex-Band („Former Member of“), mit der Phillips seine bis dato einzigen echten Hits hatte („Fuzzy“, „Mockingbirds“). Auch in Sachen „Little Moon“, dem sechsten Solowerk des 46-Jährigen, ist dies nicht anders. So ein dezenter Hinweis kann ja auch nicht schaden, denn durch die Bank überzeugend waren die Soloalben des Herrn Phillips in den letzten Jahren nicht.

Mit „Little Moon“ kehrt Grant-Lee Phillips als Komponist zurück zu seinen Wurzeln, indem er endlich wieder packende Melodien schreibt, die vollkommen unaufdringlich in entspannte Songwriter-Musik mit Folk- und Americana-Anleihen verpackt werden. Rockige Töne sind dabei komplett passé. Obwohl Phillips diesmal mit einer Begleitband agiert, klingen seine Lieder auf das Nötigste reduziert und herrlich direkt. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Aufnahmen in gerade einmal fünf Tagen live über die Bühne gingen (das Mischen und Mastern dauerte noch mal dieselbe Zeit). Trotzdem klingt das Ergebnis weder schludrig noch wie eben aus dem Ärmel geschüttelt.

Beflügelt durch die Geburt seiner Tochter Violet, der auf dem Album der gleichnamige Song gewidmet ist, fallen dunkle Moll-Töne diesmal weitgehend unter den Tisch. Die Grundstimmung ist positiv und die Harmonien entsprechend „sonnig“ („Good morning happiness“). Das überträgt sich auf die Laune des Hörers, der mit tollen Songs belohnt wird, in denen sowohl Streicher („Little moon“) als auch Bläser („It ain’t the same old cold war Harry“) wunderbar mit der erdigen Folk-Instrumentierung harmonieren.

Mit Songs wie „Seal it with a kiss”, „Buried treasure ”, „Blind Tom ” oder „Violet“ legt Grant-Lee Phillips einige der besten Kompositionen in seiner Karriere vor. Die Stücke überzeugen mit dichter Atmosphäre und Mut zur Melodie, ohne kitschig zu wirken oder sich beim Hörer anbiedern zu wollen. Damit ist „Little Moon“ die lang ersehnte Perle, die man von Musikern mit dem Talent eines Grant-Lee Phillips grundsätzlich erwartet, aber eben nicht jedes Mal bekommt.

Anspieltipps:

  • Violet
  • Blind Tom
  • Little moon
  • Buried treasure
  • Seal it with a kiss

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