The Flaming Lips - Embryonic - Cover
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The Flaming Lips Embryonic


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 72 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn ist oftmals nur ein schmaler Grat, auf dem – wenn wir uns nichts vormachen – auch die Herren von den Flaming Lips seit über 25 Jahren wandeln. Ihre Alben bestehen aus schwer progressiven Alternative-Rock-Monstern, mit denen schon so mancher Hörer aber auch Kritiker an seine Grenzen geführt wurde. Da wird gerne mal die Höchstnote gezogen, das Album ganz schnell durchgewunken und schwups ist man raus aus der Nummer, die schwer greifbaren Ideen von Mastermind Wayne Coyne bewerten zu müssen.

Leicht machen es The Flaming Lips dem Hörer auch auf „Embryonic“ nicht. Wo kämen wir denn dahin? Sobald sich auch nur im Ansatz eine eingängige Melodie anbahnt, wird mit dissonanten Geräuschen dazwischen geschossen. So werden psychedelische Tracks mit rhythmischen Hall-Mantras und Handy-Störgeräuschen gekreuzt („The sparrow looks up at the machine“), schier unanhörbare Krachgewitter abgesondert („Aquarius sabotage“) und gespenstische, nach einem B-Movie-Soundtrack klingende Sound-Kaskaden in eine Endlosschleife geschickt („Evil“).

Für Science Fiction hatte die Band schon immer viel übrig und wie eine musikalische Science-Fiction-Tour tönt auch „Embryonic“ aus den Boxen. Das Album klingt wie ein Zwischending aus Free-Jazz, Post-Rock und frühen Pink Floyd und scheint in einer großen Jam-Session entstanden zu sein. Da gehen geniale Momente mit absolutem Leerlauf und spinnerten Ideen einher, als wäre es das Normalste auf der Welt. Dazu lässt sich die Band Zeit, viel Zeit. 72 Minuten, die nachhaltig gefüllt werden wollen, was The Flaming Lips – wie gesagt – nicht bis in Detail schaffen. Damit wird der Hörer auf eine schwere Geduldsprobe gestellt, die mit einigen großartigen Passagen belohnt wird. Fazit: Ein etwas zerfahrenes Album von Freaks für Freaks.

Anspieltipps:

  • I can be a frog
  • Gemini syringes
  • Worm mountain
  • The ego’s last stand
  • The sparrow looks up at the machine

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