Robbie Williams - Reality Killed The Video Star - Cover
Große Ansicht

Robbie Williams Reality Killed The Video Star


  • Label: Chrysalis/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Reality Killed The Video Star“ fehlen die ganz großen Songs, die atemberaubenden Melodien und die grandiosen Texte á la „Come undone“.

Machen wir uns nichts vor! Das letzte Studioalbum von Robbie Williams, „Rudebox“ (10/2006), war trotz weltweiter Nummer-Eins-Platzierungen und ca. 4,5 Millionen verkaufter Einheiten eine Enttäuschung. Als Künstler kann Robbie Williams freilich machen was er will und auf diesem Album wollte er sich halt einmal in den Bereichen HipHop, Electro und Dance austoben. Wir empfahlen daraufhin eine einjährige Pause zum Auftanken der Kreativzellen, die der Engländer wohl auch bitter nötig hatte. Denn der „Rudebox“-Flop führte zu der ersten richtig langen Pause in der Solokarriere von Robbie Williams, der seit 1997 jedes Jahr ein neues Werk (inkl. Live- und Greatest-Hits-Alben) am Start hatte.

Inzwischen sind drei Jahre vergangen und es wird so langsam Zeit für einen neuen Longplayer aus dem Hause Williams. Schließlich hat seine Plattenfirma EMI inzwischen nicht mehr ganz viele garantierte Umsatzbringer in den Reihen, um die Bilanzen aktionärsfreundlich zu gestallten. Und so steht (Gott sei Dank!) pünktlich zum wichtigen Weihnachtsgeschäft zum absoluten Dumpingpreis, mit dem ein hoher Chartseinstieg herbeigeführt werden soll, das zehnte Studioalbum von Robbie Williams in den Regalen.

Schon die erste Singleauskopplung, „Bodies“, ließ erahnen, dass der 35-Jährige auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist und sein Markenzeichen – nämlich brutal eingängige Melodien – wieder in den Vordergrund stellt. Der Songs verfehlte zwar den ersten Platz der UK-Charts, reiht sich in der Liste der richtig guten Robbie-Williams-Singles aber dennoch weit vorne ein. Trotzdem kann Robbie Williams die Electro- und Dance-Pop-Spielereien auch auf „Reality Killed The Video Star“ nicht seinlassen. Diese tummeln sich sowohl in „Bodies“ (wo sie sehr gut funktionieren) als auch in Songs wie dem selbst reflektierendem „Last days of disco“ und „Difficult for weirdos“.

Dabei gilt wie immer: Die Mischung macht’s! Und dafür ist u.a. Star-Produzent Trevor Horn (Frankie Goes To Hollywood, t.A.T.u., Sugababes, Pet Shop Boys) verantwortlich, der das Verhältnis von klassischem Robbie-Material und mehr in Richtung Dancefloor orientierter Tracks besser austarierte. Am Songwriting konnte aber auch er nicht viel ändern. Und so fehlen wie schon auf dem Vorgänger auch auf „Reality Killed The Video Star“ die ganz großen Songs, die atemberaubenden Melodien und die grandiosen Texte á la „Come undone“. Mit Stücken wie „Superblind“, den mit Bläsern und Streichern angereicherten „You know me“ und „Won’t do that” oder dem beschwingt rockenden „Do you mind“ kratzt Robbie Williams (wieder) nur an der Oberfläche, ohne den Hörer nachhaltig zu berühren. Da ist es wahrlich kein Wunder, dass der wohl beste Songs des Albums – das pathetische Epos „Blaspehmy“ – ausgerechnet zusammen mit Robbies altem Buddy Guy Chambers entstand. Das sollte als Zeichen genügen, um zu erkennen, wohin die Reise nur und ausschließlich gehen kann: Back to the Roots! Dazu ist „Reality Killed The Video Star“ ein Anfang, doch der Weg zurück zu alter Stärke ist noch weit.

Anspieltipps:

  • Bodies
  • Blasphemy
  • Deceptacon
  • You know me
  • Won’t do that

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Das Pfefferminz-Experiment (Woodstock Recordings Vol. 1)
  • 2019    
Diskutiere über „Robbie Williams“
comments powered by Disqus