Mayday Parade - Anywhere But Here - Cover
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Mayday Parade Anywhere But Here


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der „Tales Told By Dead Friends”-EP (08/2006) und dem „A Lesson In Romantics“-Album (10/2007) haben die Jungs von Mayday Parade aus Tallahassee, Florida Spuren im Rock-Zirkus hinterlassen. Denn ihre Indie-Zeit beim kalifornischen Label Fearless Records ist mit der Veröffentlichung von „Anywhere But Here“ vorbei. Branchenriese Atlantic Records aus der Warner Music Group hat nun die Hände im Spiel, um Derek Sanders (Gesang), Jeremy Lenzo (Bass), Alex Garcia (Gitarre), Brooks Betts (Gitarre) und Jake Bundrick (Drums) auf die nächste Stufe des Erfolgs zu hieven.

Der Grund, warum die Verantwortlichen von Atlantic Records bei Mayday Parade ganz einfach zuschlagen mussten, liegt auf der Hand: Die Band klang bereits in ihren Anfangstagen so cheesy und eingängig wie kaum eine Zweite aus dem erlauchten Punk- und Emo-Zirkel. Damit – und mit einem einigermaßen passablem Aussehen der Bandmitglieder – lässt sich Geld machen, wenn man es richtig anstellt – was immer das im Detail heißen mag.

Die Definition von „richtig“ auf „Anywhere But Here“ lautet: Man nehme externe Songwriter, die der Band unter die Arme greifen, schleife bei allen Songs die Ecken und Kanten ab und finanziere eine Dicke-Hose-Produktion mit einem Produzenten, der etwas davon versteht. Hier ist es David Bendeth, der bekannt ist für seine glamourösen Produktionen, mit denen er schon den Sound von SR-71, All Time Low und Breaking Benjamin aufpolierte.

Als Ergebnis kann dann ein stromlinienförmiges Album in die Läden gewuchtet werden, das mit radiotauglichen Songs aufwartet, die in jeder jungen und stylishen US-TV-Serie zum Einsatz kommen könnten, ohne zu stören. Das ist der Preis, wenn man ein größeres Publikum erreichen möchte. Ein Preis, den sicher nicht jeder Fan der ersten Stunde bereit ist zu zahlen. Denn zwischen Bon Jovi und Mayday Parade passt nun nur noch ein Blatt Papier. Jede Melodie ein Hit, harte Gitarrenklänge passé, Emo-Vocals sowieso. Das kann gefallen – muss es aber nicht. Denn mehr als zwei Big Macs auf einmal kann auch niemand verdrücken.

So prügelt sich „Anywhere But Here“ förmlich um die Gunst des Hörers und erschlägt diesen mit einer zuckersüßen Melodien nach der anderen („The end“). Das ist unter Strich einfach zuviel des Guten! Denn mit dieser Platte bieten Mayday Parade zu wenig Rock für eine Rockband und zuviel Gitarren für eine Popband. Damit sitzt das Quintett zwischen allen Stühlen, was häufig passiert, wenn Majorlabels ihre Finger ins Spiel bringen.

Anspieltipps:

  • Get up
  • Still breathing
  • Bruised and scarred
  • I swear this time I mean it
  • If you can’t live without me, why aren’t you dead yet?

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