Charlotte Hatherley - New Worlds - Cover
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Charlotte Hatherley New Worlds


  • Label: Little Sister/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alle zwei Jahre schaut die ehemalige Ash-Gitarristin vom Cover ihres jeweilig neuen Albums, womit sie nun bei Album Nr. 3 namens „New Worlds“ gelandet ist. Doch weder beim Debüt „Grey Will Fade“ (2005) noch beim folgenden „The Deep Blue“ (2007) musste man so genau auf das Cover schauen wie beim aktuellen Werk. Man kann jedenfalls nicht anders, als immer wieder Tori Amos darin zu sehen. Ob diese Ausrichtung gewollt ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Zumindest ist der erste, optische Eindruck mystischer Natur, auch dank der angedeuteten Runen. Es entsteht unweigerlich der Eindruck, dass Charlotte Hatherley entrückt und gleichermaßen anziehend Künstlerinnen wie Bat For Lashes nacheifern will. Mit dieser ist sie seit dem Frühjahr zudem als Live-Musikerin auf Tour.

Musikalisch festigt sich der Eindruck dann jedoch nur zeitweilig. Vielleicht ein Hauch von Sehnsucht und schwer greifbarer Zauberei lieblicher Note im Opener „Alexander“, der jedoch schnell verhallt und im grauen Pop/Rock-Standard ohne Höhepunkt strandet. Auf jeden Fall setzt das Glockenspiel Akzente beim konsequenteren „Cinnabar“, das träumerisch und prickelnd zögernd den Percussions Raum gibt, den diese um die akzentuierten Gitarren-Einsätze herum nutzen. Der Song gleicht einer bestens genutzten Spielwiese, der darüber hinaus noch Spannung innewohnt. Das kann man bei weitem nicht für jeden Song behaupten. Viel zu sehr scheint Charlotte Hatherley auf der Suche nach der eigenen Note zu sein.

Dass sie aber auf einem guten Weg ist, sich komplett von der Ash-Vergangenheit und vielleicht eher die eigene Identität als Künstlerin hemmenden Kollaborationen (u. a. mit Kim Wilde und The International Noise Conspiracy) zu lösen, zeigt die grundlegende Ausrichtung, magisch schillernden Songwriter-Pop mit rockigen Indie-Arrangements zu verbinden. So gibt es doch begeisternde Momente, wenn sich 60´s-Rock der Marke „Little Sahara“ entfaltet oder eine Seltsamkeit wie das an Filmmusik erinnernde, Piano-geprägte „Firebird“ erklingt, dessen Leichtigkeit man nicht so recht Glauben schenken möchte, auch wenn Hatherleys Stimme glockenhell verzückt. Am Ende gibt es also doch so einiges zu entdecken, auch wenn Charlotte nächstes Mal weniger das Tori-Amos-Double vom Coverfoto bemühen sollte.

Anspieltipps:

  • Firebird
  • Full Circle
  • Little Sahara
  • Cinnabar

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