The Ettes - Do You Want Power - Cover
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The Ettes Do You Want Power


  • Label: Kntrst/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei Alben in einem Jahr zu veröffentlichen, trauen sich normalerweise nur Künstler, die entweder viel zu sagen haben (z.B. Ryan Adams, Bright Eyes) oder jene, die meinen sie müssten wirklich jede zweit- bis drittklassige Songidee auf eine Platte bannen (z.B. Scooter). Bei der Rock´n´Roll-Truppe The Ettes steckt zwar ein bisschen von beiden Seiten drin, aber schlecht ist ihre dritte Scheibe „Do you want power“, die gerade einmal ein halbes Jahr nach „Look at life again soon“ (05/2009) erhältlich ist, damit aber nicht. In nur fünf Tagen mit Hilfe von Greg Cartwright (Mitglied von The Oblivions, als Produzent für Alben von Detroit Cobras, The Horrors oder Goodnight Loving tätig) aufgenommen, explodiert der Rundling regelrecht in der Hand und möchte unverzüglich in den CD-Player geschoben werden.

Dort erwartet einen dann ein rohes, als auch unverzüglich mitreißendes 60ies Feuerwerk der Extraklasse wie es heutzutage in dieser Authentizität und Frische nur Bands vom Schlage der The White Stripes hinbekommen. Coco Hames (Gesang, Gitarre), Jem Cohen (Bass) und Poni Silver (Schlagzeug) fackeln eben nicht lange und verschmelzen unfertige Songideen mit roher Energie und einem untrüblichen Scharfsinn für Melodien, die sich sofort im Kurzzeitgedächtnis fest setzen. Im Gegensatz zu den Vorgängern „Look at life again soon“ und „Shake the dust“ (09/2006) haben die drei Herrschaften neben dreckigen Garagenrock und Beatpunk außerdem noch Folk und Country („While your girl´s away“, „Keep me in flowers“, „Love lies bleeding“) in ihren wohlschmeckenden Genrecocktail hinzugefügt.

So wirkt „Do you want power“ deutlich runder und ausgeglichener, wodurch die eine oder andere ähnlich klingende Komposition entschärft wird und im Gesamtkontext nicht weiter auffällt, da genügend Abwechslung vorherrscht. Nichtsdestotrotz haben The Ettes weiterhin an ihrem Image zu arbeiten, denn trotz der gelungenen Vorstellung klingt Album Nummer 3 noch immer zu stark nach einer Mischung aus The White Stripes und The Rolling Stones oder den unzähligen Retro-Bands wie The Strokes oder Jet, was nicht selten in Songs ausartet, die klingen, als würden sie einem bereits verblassenden Trend hinterher hecheln. Verzeiht man dem Trio diesen Makel, dann erwarten einen 35 Minuten voll Beats, Rock und 60ies-Flair. Do you want power? Klar, nur her damit!

Anspieltipps:

  • Seasons
  • I Can´t Be True
  • Blood Red Blood
  • Take It With You
  • Love Lies Bleeding

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