Livingston - Sign Language - Cover
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Livingston Sign Language


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alternativ ist an der Musik des Wahl-Berliner Quintetts rein gar nichts! Hier geht es um Popmusik mit Gitarren.

Gleich mit sechs verschiedenen Produzenten, die u.a. schon mit P!nk, Silbermond, Revolverheld, A-ha, Donots, und den Guano Apes zusammengearbeiteten und durch ihre jeweilige Vita deutlich machen, wohin hier die Reise musikalisch geht, schuf die in Berlin beheimatete Multikulti-Truppe Livingston (Gitarrist Jakob Nebel ist aus Deutschland, Drummer Paolo Serafini stammt aus Italien, Sänger Beukes Willemse und Keyboarder Chris van Niekerk kommen aus Südafrika und Bassist Phil Magee aus England) ihr Major-Debütalbum „Sign Language“, das sich als ungeheuer gelacktes Mainstream-Pop/Rock-Werk ohne Ecken und Kanten entpuppt.

Die meisten Songs auf „Sign Language“ haben die fragwürdige Qualifikation, sofort als Radio-Hits durchzugehen, die man ganz gepflegt nebenbei hören kann, ohne dass sie stören oder sonst wie auffallen („Silence“). Natürlich horcht man hier und da auf und staunt ob der unverschämten Eingängigkeit („Broken“, „Go“) und möchte der Band in Sachen Melodielehre eine glatte Eins geben („Like a wheel“). Doch irgendeine geheime Macht hält einen davon ab.

Obwohl man den Tracks zum Teil sehr deutlich ihre musikalischen Vorbilder wie Live („One good reason“, „Come for me”) oder Muse („Disease“, „Six by four“) anhört, ist damit nicht automatisch dasselbe Niveau erreicht. Dazu sind die Songs unverständlicher Weise bis zum Gehtnichtmehr rundgelutscht und strotzen nur so vor langweilender Biederkeit. Dagegen sind die Könige des Konsensrock, Bon Jovi, eine kreuzgefährliche, bombenlegende Hardrockband. Deshalb sollte das Label in seinem Waschzettel mit der Aussage vorsichtig sein, Livingston seien „die Zukunft des Alternative Rock“.

Alternativ ist an der Musik des Wahl-Berliner Quintetts rein gar nichts! Hier geht es um Popmusik mit Gitarren. Darauf versteht sich die Band zugegebenermaßen ganz gut, auch wenn das Gesamtergebnis zu glatt und übermäßig mainstreamorientiert ist.

Anspieltipps:

  • Go
  • Broken
  • Devil man
  • One good reason

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