The Hickey Underworld - The Hickey Underworld - Cover
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The Hickey Underworld The Hickey Underworld


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man Belgien auf rockmusikalischer Seite bisher eher mit dEUS und vielleicht noch Millionaire verband, könnten demnächst auch The Hickey Underworld aus Antwerpen dazukommen. Obwohl ihr Sound im ersten Hördurchlauf vor allem skandinavischen Einschlag hat und so genannten Schweinerock genauso wie Post-Hardcore a la Refused durchscheinen lässt. Insgesamt bleibt das selbstbetitelte Debüt der Belgier vor allem eigensinnig und das nicht nur aufgrund der Runen im Tracklisting. So ist man auch musikalisch gefesselt von einer Energie, die keine Hardcore-Klischees bedient und dafür umso mehr Druck abliefert, sicherlich auch dank des Masterings eines Howie Weinberg (Nirvana, Smashing Pumpkins, Sonic Youth). Für die Produktion sorgten die Landsleute von Das Pop, ohne auch nur einen Hauch Rockmusik durch den eher für Das Pop bekannten Electro-Pop zu ersetzen.

Schweißtreibende Gitarren-Riffs und hakenschlagende Drums erkennt man nämlich schon beim Opener „Zero Hour“ (und sollen auch für die restliche Spielzeit nicht weichen), welcher im soundtechnischen Gewand zwischen Proberaum und ausgefeilter Produktion daherkommt. Im Mid-Tempo angesiedelt, erzeugt die mächtige Wand aus der so schlichten wie wirkungsvollen Kombination Gitarre/Bass/Schlagzeug samt aufgeheizt stichelndem Gesang eine Dominanz, die sich gewaschen hat und vor allem mit den variablen Rhythmen jede Menge her macht. Gradliniger ist da schon „Sick Of Boys“, welcher bei The Hives und Hellacopters andockt, aber immer noch die Hardcore-Wurzeln durchscheinen lässt, was sich eindeutig im rastlosen Gesang niederschlägt und erneut von wirbelnden Drums verfeinert wird, die neben den Vocals das Herzstück des Albums ausmachen.

Und so ist jede Menge dreckiger Rock im omnipräsenten Hardcore-Gewand der intelligenten Schule auf dem Album-Einstand von The Hickey Underworld zu finden, während man diese Machart konsequent die knapp 40 Minuten durchzieht, ohne an Energie einzubüßen. Vor allem die 'Wall Of Sound' betört, lässt in gelegentlichen Ruhepausen aber auch präsenten Refrains den Platz, um hymnische Durchschlagskraft zu servieren. Besonders das Zweigespann aus „Future Words“ sowie „Mystery Bruise“ gerät zum Ohrwurm-Garanten, um „Of Asteroids And Men... Plus Added Wizardry” wieder alle Register an Komplexität ziehen zu lassen, die in einem dichten Hardcore-Gewitter bestens ausgehoben sind. The Hickey Underworld haben jedenfalls ihre Mischung gefunden, die auch noch verdammt viel Laune macht.

Anspieltipps:

  • Zero Hour
  • Zorayda
  • Future Words
  • Of Asteroids And Men... Plus Added Wizardry
  • Flamencorpse

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