The Cumshots - A Life Less Necessary - Cover
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The Cumshots A Life Less Necessary


  • Label: Rodeostar Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Was soll von einer Band gehalten werden, die sich The Cumshots nennt, was (für alle Unwissende) im Hardcore Pornofilmbereich die finale Einstellung des Geschlechtsakts darstellt, wenn der Mann die Frau mit seiner Samenflüssigkeit (egal wo) beglückt? Eigentlich sehr viel, denn gerade Kombos, die ihre musikalische Laufbahn nicht allzu ernst nehmen und mit der richtigen Portion Charme und Witz an die Sache ran gehen (Nashville Pussy, Doomfoxx, My Baby Wants To Eat Your Pussy) sind zumindest in eingeschworenen Kreisen schneller Kult als ihnen wohl selbst lieb ist.

Mit Max Cargo (Gesang), El Doom (Gesang, Gitarre), Freddie Tennessee (Gitarre), Tommy Dean (Bass) und Chris Bartender (Schlagzeug) verhält es sich ähnlich, nur dass die fünf Herrschaften nicht nur mit ihrem Bandnamen aufhorchen lassen, sondern auch durch ihre äußerst expliziten Liveshows, die nicht selten in autoaggressive Gewaltakte enden. Mit „A life less necessary“ legen die fünf Norweger nun ihre vierte Scheibe vor und bieten darauf neun rohe Wutbrocken, welche mehr oder weniger eine ungefilterte, musikalische Demonstration ihrer Bühnenaktivitäten darstellen.

Zu hören gibt es unter anderem unkontrollierte Todesblei-Ausbrüche, die von progressiven Taktwechseln getrieben nur allzu gerne in gezähmte Rock- oder schleppende Stoner-Sphären ausschlagen, welche wiederum von der wehmütigen Darbietung des Sängers, der mit seiner tiefen Stimme stark an Peter Heppner erinnert, einen zusätzlichen Konterpart bekommen. Dummerweise liest sich diese Beschreibung besser als sie klingt, da The Cumshots über weite Strecken vergessen einen roten Faden beizubehalten, sondern wie von der Tarantel gestochen blindlings in ein Hornissennest reinrennen und einfach mal abwarten, was passiert.

So gibt es zwar einige bemerkenswerte Passagen oder Ideen zu hören, wie etwa den Frauenchor im düsteren „And the sun pissed red“, die Postrock-Elegie „Existence should be singing“ oder die wütenden Death Metal-Breitseiten in „What bleeds must be butchered“ und „I still drink alone“. Da aber gerade letztere Zutat in den beiden Songs in ihrer ausgeführten Form identisch ist und auch später hin und wieder aufgegriffen wird, wirkt „A life less necessary“ unter anderem oft bruchstückhaft und nur halbfertig. Dadurch ist der vierte Longplayer für Freunde von abgedrehtem, durcheinandergewürfelten und mies gelauntem Rock/Metal, die sonst auf Grindcore oder ähnliche Extremitäten stehen, möglicherweise die richtige Wahl, ein paar kurze Hörproben sollten aber auf jeden Fall eingeplant werden.

Anspieltipps:

  • I Still Drink Alone
  • And The Sun Pissed Red
  • Existence Should Be Singing

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