Noch Ne Band - Lampenfieber - Cover
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Noch Ne Band Lampenfieber


  • Label: Headspin Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch Ne Band. Ein offenbar ironisch gemeinter Name für eine Newcomer-Gruppe, die damit sagen will, dass sie sich nicht für etwas besseres hält und sympathisch entwaffnend erklärt: „Wir wissen, wir sind eine von vielen Bands und vielleicht haben wir keine Chance – aber die nützen wir!“.

Eine nette Idee, aber nicht ohne Risiko, denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Spaß mit dem ulkigen Bandnamen nach hinten losgeht. In der heutige Zeit ist es nämlich nicht auszuschließen, dass sowohl das Publikum als auch die Pressevertreter den Spruch allzu wörtlich nehmen und „noch einer Band“ keine Chance geben. Schließlich peilen Vanessa Kagel (Gesang, Bass), Marco Kagel (Drums) und Manuel Bastian (Gitarre) stilistisch einen Platz zwischen Juli und Silbermond an und in dieser Ecke ist es bekanntlich verdammt eng.

Hört man sich die ersten drei, vier Songs auf „Lampenfieber“ an, ist tatsächlich nicht zu erkennen, warum es noch einen weiteren Vertreter für junge deutsche Rockmusik braucht, die sich kaum oder gar nicht vom Rest der Mitbewerber unterscheidet. Klar, Titel wie „Momente in Scherben“, „Irgendwo“ oder auch „Mittendrin“ rocken ganz passabel und besitzen trotzdem diesen gewissen Schuss Pop, mit dem sich in die Charts bzw. ins Radio kommen lässt. Das lässt aufhorchen. Denn hier zeigt die zur Mannheimer Popakademie gehörende Band, dass sie handwerklich absolut auf der Höhe ist.

Mit zunehmender Spieldauer kristallisieren sich sogar kleine Hits wie „Eine Frage“ (stark!), „Das andere“ (mitreißend!) und ganz besonders „Ich war nicht da“ (großartige Hookline!) heraus. Keine Frage, mit überdurchschnittlichen Songs wie diesen muss sich das von Frank Bornemann (Guano Apes, HIM, Revolverheld) produzierte Album nicht hinter den Julis und Silbermonds dieses Landes verstecken. Da lassen sich auch mal textliche Peinlichkeiten wie in „Lisa“ verschmerzen und dass die Harmonien in „Der Weg“ so ein ganz kleinwenig bei Julis „Geile Zeit“ geklaut sind. Zieht man dann noch für den einen oder anderen Füll-Song etwas von der B-Note ab, landet man bei einem okayen Deutschrockalbum, das nicht wirklich etwas Neues zu bieten hat, aber längst nicht so schlimm ist, wie z.B. der jüngste Rohrkrepierer in dieser Sparte, der auf das Konto der Österreicher von Herbstrock geht.

Anspieltipps:

  • Niemand
  • Mittendrin
  • Eine Frage
  • Das andere
  • Ich war nicht da

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