Yello - Touch Yello - Cover
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Yello Touch Yello


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer kennt nicht „The Race“, den Yello-Klassiker aus den 80er Jahren oder „OhYeah“, das sogar in vielen Filmen und Sendungen Verwendung fand? Der gute Duffman von den Simpsons benutzt diesen Song sobald er in Erscheinung tritt. Yello, das sind zwei Schweizer, die damals mit ihren ungewöhnlichen Technosounds Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet haben. Rund 30 Jahre später existiert dieses Künstlerprojekt, das ebenfalls für ausgefallene Videoclips berühmt ist, immer noch, doch im Laufe der Zeit hat sich ihre Musik neueren Gegebenheiten angepasst.

Das eröffnende „The Expert“ erinnert noch mit der tiefen Stimme von Dieter Meier, den prägnanten kurzen Elektrogrooves an alte Yello-Tage, wird aber von unnötigen sporadischen Hintergrundgesängen begleitet. Die Musik hat merklich das Tempo reduziert und ein deutlicher Chillout Faktor macht sich in den Stücken breit („Part Love“ und „Out Of Dawn“). Dank der Gaststimme einer Sängerin, die einen Künstlernamen trägt, den man als Bürger des Landes der Uhren und Taschenmesser eigentlich vermeiden sollte, gewinnt das Album an Vitalität. Heidi Happy trägt eine Leichtigkeit bei und lenkt bei „Stay“ die musikalische Ausrichtung auf Trip-Hop und erinnert damit besonders an Morcheeba.

Wer denkt, dass „Touch Yello“ einfach nur Elektropop ist, der irrt. „Till Tomorrow“ kündigt schon im Titel den zweiten Gast des Albums an. Der deutsche Jazz-Trompeter Till Brönner prägt dieses Stück auf eine ganz besondere Art, womit das Yello-Universum eine ganz neue Facette bekommt. Eine Jazzloungeatmosphäre, die auch in „You Better Hide“ durchscheint und mit der Stimme von Heidi Happy zu einem gelungenen Lied verschmelzt. Ein elektronisch verträumtes Gesicht zeigt uns hingegen „Tangier Blue“, das mit einigen Gitarrenklängen und einer fast flüsternden Stimme einen gewissen verängstigten Charakter darbietet. Der Name des Album abschließenden „Takla Makan“ deutet schon auf folkloristische Klänge an, die von Perkussionsinstrumenten, Flöten und weiteren Instrumentenklängen in ein faszinierendes Ambientgebilde verwandelt werden.

Leider ist eine endgültige Aussage zum Album nicht möglich, da die Plattenfirma auf die Idee gekommen ist, nur einen Teil des Albums, lediglich acht von 14 Stücken, zur Verfügung zu stellen. Die acht Tracks deuten auf ein wirklich feines Album zum Entspannen und Nebenbeihören. Eins, das in Clubräumen mit gedämmtem Licht und auf Sofas lümmelnden Menschen, die ihre Mojitos mit Strohhalmen schlürfen, Zuhause sein dürfte. Das alte Bild der beiden Elektropioniere ist wie weggefegt. Beeindruckend wie stark sich die Musik gewandelt hat im Laufe der Zeit. Aber mal ehrlich, ohne die ständige Weiterentwicklung hätte Yello sicherlich nicht schon 30 Jahre auf dem Buckel.

Anspieltipps:

  • You Better Hide
  • Till Tomorrow
  • Part Love
  • Takla Makan

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