Ian Brown - My Way - Cover
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Ian Brown My Way


  • Label: Fiction/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„My Way” von Ex-Stone-Roses Großmaul Ian Brown ist wieder mal eines dieser klassischen Soft-Release-Alben, bei denen so getan wird, als kämen sie just auf den Markt und deshalb erst jetzt offiziell beworben werden. Tatsächlich stehen solche Soft Releases schon längst in den Regalen der Plattenläden, weil ihr internationaler Veröffentlichungstermin bereits hinter ihnen liegt. So auch bei „My Way“, das in England Ende September herauskam und seitdem auch hierzulande ohne Probleme zu bekommen ist.

Dass Mister Brown (46) nicht gerade als Mister Super-Sympathisch bekannt ist, unterstreicht nicht zuletzt das Cover seines inzwischen siebten Soloalbums. Eindeutig zu jugendlich gekleidet, mit Liam-Gallagher-Gedächtnisfrisur und in arroganter Pose, blickt Brown wie ein bekiffter Bullterrier auf die arme Kreatur von Hörer. Ganz klar, hier geht jemand unbeirrbar seinen eigenen Weg. Deshalb auch „My Way“, selbst wenn der Frank-Sinatra-Vergleich etwas peinlich wirkt. Doch all diese Ausrutscher vergibt man dem 46-Jährigen in den Momenten, wenn seine Kreativität aufblitzt, mit der er z.B. das Stone-Roses-Debüt zu einem der aufregendsten Werke in der Geschichte des BritPop hat werden lassen.

Die erste Singleauskopplung „Stellify“ ist so ein besonderer Moment. Auf einem simplen Piano-Hook aufbauend, legt Brown einen unwiderstehlichen Popsong hin, der sich auf Anhieb ins Gehör einbrennt. Das folgende „Crowning of the poor“ kombiniert hymnische Hochglanzsynthies und fette HipHop-Beats mit einem düsteren Text und „Just like you” überzeugt als atmosphärisch-mitreißender Electro-Stampfer. Damit gelingt Ian Brown ein vorzüglicher Einstieg in seinen neuen Longplayer, der das hohe Niveau zwar nicht durchgehend halten kann, aber insgesamt auf ein halbes Dutzend weit über dem Durchschnitt liegender Songs kommt.

Dazu zählen auch die skurrile „In the year 2525“-Coverversion im Tex-Mex-Stil (inklusive Mariachi-Trompeten) sowie die wehmütige Breitwandballade „Always remember me”, die ebenfalls auf markante Bläserriffs setzt, die sich durch das ganze Album ziehen, und eine massive Melodie am Start hat, der sich keiner entziehen kann. Mit dem finalen „So high“ liefert Ian Brown dann noch einen angenehm simplen Song auf Hammond-Orgel-Basis zum Mitsingen ab, den sicher auch Oasis gerne in ihrem Repertoire haben würden. Aber Oasis sind ja inzwischen Geschichte. Nur Ian Brown macht weiter wie bisher und schert sich einen Dreck um fremde Meinungen. Aber wenn das Ergebnis immer so ausfällt wie auf „My Way“, soll es uns recht sein.

Anspieltipps:

  • Stellify
  • Laugh now
  • For the glory
  • Always remember me
  • Crowning of the poor

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