Epica - Design Your Universe - Cover
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Epica Design Your Universe


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 74 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das niederländische Sextett Epica fährt mit dem vierten Studioalbum „Design Your Universe“ erneut schwere Geschütze auf. Die klassische Besetzung aus Gitarren, Bass und Schlagzeug wird nicht nur von Synthesizern und Keyboard ergänzt, sondern auch von einem ganzen Orchester inklusive Chor, sowie einigen Samples hier und da, das alles angeführt von Sängerin Simone Simons und ihrer opernhaften Stimme. Eine hörbare Verbesserung erfuhr auf „Design Your Universe“ sowohl der Drumsound als auch der Härtegrad der Gitarren, wofür Neuzugang Isaac Delahaye (ehemals God Dethroned) verantwortlich zeichnen könnte.

Aber die aktuelle Scheibe bringt dennoch die gleichen Probleme wie die Vorgänger mit sich: Während die Fangemeinde sich mit dem Album wieder einmal auf eine sagenhafte Traumreise begeben darf, werden sonstige Hörer schlichtweg erdrückt. Der Bandname ist perfekt gewählt, so gesehen kann man der Musik von Epica kaum etwas vorwerfen. Nur wandert diese soundtrackhafte, Gothic-angehauchte, progressiv-orientierte Symphonic Metal Formation eben stets auf dem hauchdünnen Grat zwischen prächtig und schwülstig. Epica will verzaubern und beeindrucken, zwingt einen aber eher in die Knie, bis man erschöpft die Reißleine in Form der Skip-Taste zieht. Das liegt ganz einfach an den gnadenlos überladenen Songs und der überbordenden Gesamtlaufzeit, was den Zugang zur Musik sehr erschwert.

Bei all den hymnischen Klängen voller Streicher, Orgeln und Chöre tun sich jene Stücke positiv hervor, die sich etwas ruhiger geben und auf den zweifellos starken Gesang von Simone Simons stützen. Dazu gehören die Ballade „Tides Of Time“ und das Duett mit Tony Kakko (Sonata Arctica), „White Waters“. Ansonsten wird eben geklotzt, als müsse man alle „Herr der Ringe“ Filme gleichzeitig untermalen. Ein Titel, dem dabei immerhin eingängige Strophen in der ersten und ein hübsches Gitarrensolo in der zweiten Hälfte gelingt, ist „Burn To A Cinder“. Weitere Tipps zu geben ist problematisch, da man in den epischen 74 Minuten schnell den Überblick verloren hat.

Ein Manko am Rande sind wieder die weniger vorteilhaften, von Gitarrist und Songschreiber Mark Jansen beigesteuerten Grunts, die häufig in der Instrumentenflut absaufen. Simone Simons hat genug Führungsqualitäten, wodurch solch halbherzige Vorhaben zur Kontrastierung hinfällig werden. Die wirkliche Schwäche von „Design Your Universe“ ist aber das Gesamtpacket an sich, da Epica mit Volldampf über die Grenzen einer gesunden Aufnahmekapazität des Hörers hinausschießen. Hier passt das Prädikat „nur für Fans“ eben mehr denn je.

Anspieltipps:

  • Burn To A Cinder
  • Tides Of Time
  • White Waters

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