Heavy Trash - Midnight Soul Serenade - Cover
Große Ansicht

Heavy Trash Midnight Soul Serenade


  • Label: Crunchy Frog/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jon Spencer und Matt Verta-Ray sind zwei unglaublich coole Säue. Spencers Blues Explosion und Verta-Rays Speedball Baby legendäre New Yorker Bands zwischen Blues, Punk, Rock und Craziness. Seit geraumer Zeit aber liegen diese Lorbeer erbrachten Unternehmungen auf Eis und dafür hält ihr Sideprojekt Heavy Trash her, das entpunkter, damenumschmeichelnder und rockabillyesquer daherkommt.

„Midnight Soul Serenade“ ist das dritte Album des coolen New Yorker Duos und es ist das herzschmerzlichste. Liebe und die Hingabe daran, aber vor allem die Resultate, wenn jene nicht gut ausgeht sind der Definitionsrahmen in denen sich die Songs, mal gehaucht, mal gesprochen, mal im Chor und immer mit den verzweifelt zusammengezogenen Augenbrauen eines Liebenden, abspielen. Sam Baker von Lambchop, das verrückte dänische Duo von PowerSolo, Roots-Rocker Simon Chardiet und noch einige andere erlesene Gäste mehr klopfen den Drumtakt oder schlagen die Kontrabassseiten, damit Spencer und Verta-Ray genug Konzentration für ihre Gitarren und ihre größtenteils wehmütigen Geschichtchen haben. Ja, dieses Album, dieser eigentlich vergangene Sound, diesen Authentizitätsgrad schaffen wohl nur die beiden. Denn Heavy Trash backen nicht alte Brötchen neu auf, sondern leben ihre Musik, aus jeder Pore. „Ladies and Gentleman, you know, i got the blues in my veins! Ladies and Gentleman, I got rock‘n’roll in my bones!” pflegt Spencer sein Publikum bei Live-Auftritten gerne hektisch anzuwarnen.

Und so ergeben wir uns kampflos einer Scheibe, die freilich nichts wirklich Erneuerndes darbietet, umso mehr aber genuinen, bluesigen Rock’n’Roll. Unterschwellige sexuelle Spannung, pulsierende Riffs und das große, einzig entscheidende Thema des Lebens reichen Spencer und Verta-Ray dafür spielend aus, um uns auf „Midnight Soul Serenade“ intensive 36 Minuten der Emotionalität zu bescheren. „Good Man“, „Bumble Bee“, „Pimento“ und „Isolation“ sind dabei die Spreu vom Weizen. Heavy Trashs Soundkosmos ist die verschwitzte, zusammengerissene Reaktion eines Gentlemans auf eine ihm soeben erschienene, in sämtlichen Facetten unglaubliche Frau.

Anspieltipps:

  • Good Man
  • Bumble Bee
  • Pimento
  • Isolation

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Heavy Trash“
comments powered by Disqus