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Shrinebuilder Shrinebuilder


  • Label: Neurot/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist nicht gerade „die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“, aber immerhin die Vereinigung einiger der wichtigsten Musiker im Bereich dunkel-grollende Musik für die schwärzesten Stunden der Nacht: Shrinebuilder, so der sich seiner Wirkung auf den Doom Metal-Fan selbstbewusst betitelte Monolith, bestehend aus den Gitarristen Scott Weinrich (The Obsessed, Spirit Caravan, Saint Vitus, The Hidden Hand) und Scott Kelly (Neurosis), sowie Al Cisneros (Om, Sleep) am Bass und Dale Crover (Melvins, Altamont) hinter dem Schlagzeug, will nicht einzig und allein als Platte einer überkandidelten Supergroup gelten, sondern lieber die Musik sprechen lassen. Singen dürfen dafür alle.

Aufgenommen in lediglich drei Tagen präsentieren die allseits bekannten Herrschaften einen düsteren Mix aus ihrem bisherigen Schaffen, mischen zähe Lava-Riffs mit bockigen Stoner Rock-Passagen, kriechen behutsam aus dunklen Kammern ans Licht um einen Longtrack nach dem anderen fest zu stellen, dass der Ausgang ohnehin versperrt war und formen in „Solar benediction“, „Pyramid of the moon“ und dem Höhepunkt der Platte, „Blind for all to see“, eine mitreißende Doom-Spirale aus knisternder Atmosphäre, psychedelisch-verzerrten Klängen und sich kaskadenartig vor dem Hörer auftürmenden Schichten voll Proberaumschweiß, Rotz und Galle.

Einziger Schwachpunkt (zumindest vom Standpunkt der gelieferten Promo-CD aus, die die zehn Minuten lange Nummer „Science of anger“ ausspart) ist „The architect“, wo Weinrich, Kelly, Crover und Cisneros wohl nicht mehr Ideen hatten als eine sture, eindimensional-krachende Jam-Session hinzulegen, die zwar in ein viel versprechendes Outro mündet, scheinbar noch einmal zum Sprung anzusetzen scheint, dann aber doch abgewürgt wird. Unterm Strich wird Shrinebuilder seinem Titel also nicht wirklich gerecht, denn mit dieser Traumbesetzung wäre mit großer Wahrscheinlichkeit bei einer längeren Entwicklungsphase sicherlich ein übermächtiger Klassiker entstanden. Drummer Dale Crover meint dazu: „Es ist wie ein verrücktes Experiment, das letztendlich funktioniert hat. Ich denke nicht, dass wir etwas Besseres hätten erwarten können“ – Ach so! Gut, dann eben nicht.

Anspieltipps:

  • Solar Benediction
  • Blind For All To See
  • Pyramid Of The Moon

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