David Garrett - Live: In Concert & In Private - Cover
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David Garrett Live: In Concert & In Private


  • Label: DEAG Music/WEA
  • Laufzeit: 153 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Besser als die Neufassungen von Pop-, Rock- und Klassikstücken mit seelenloser Plastikband und pathetischem Geigengeschrammel auf seinen bisherigen Alben ist die DVD allemal.

Spätestens seit dem siebten Platz für „Encore“ (10/2008) in den deutschen Longplay-Charts werden sich einige gefragt haben, wer denn dieser brünette Pferdeschwanz mit der Violine in der Hand ist und wieso auf der Trackliste Songs wie „Who wants to live forever“ (Queen), „Smooth criminal“ (Michael Jackson), Thunderstruck (AC/DC) oder klassische Stücke wie Brahms „Ungarischer Tanz Nummer 5“, Claude Debussys „Claire de Lune“ und Bachs „Air“ vertreten sind. Nun, der ehrenwerte Saitenakrobat ist niemand geringerer als David Bongartz alias David Garrett, der nicht nur im Guinness Buch der Rekorde als schnellster Geiger der Welt (13 Noten pro Sekunde) eingetragen ist, sondern nun auch ganz vorne in den Charts mitmischt und mit „In concert & in private“ seinen ersten Live-Mitschnitt aus dem Berliner Tempodrom vorlegt, dem als Bonus noch ein paar Einblicke hinter die Kulissen des Geigenstars beigefügt wurden.

Um es gleich vorweg zu nehmen, besser als die Neufassungen von Pop-, Rock- und Klassikstücken mit seelenloser Plastikband und pathetischem Geigengeschrammel auf seinen bisherigen Alben ist die DVD allemal, wer allerdings bislang nicht vom 28-Jährigen begeistert war, wird seiner neuesten Veröffentlichung ebenso wenig zugetan sein. Dabei haben die Verantwortlichen hinter Schnitt, Kamera und Ton alles daran gesetzt, die Atmosphäre 1:1 in das heimische Wohnzimmer zu transportieren, was nicht nur in eine gelungene 5.1-Abmischung gipfelt, sondern auch in sinnvolle Perspektiven und den daraus resultierenden Überblick über das Geschehen auf und abseits der Bühne. Im Vergleich zu anderen Konzertaufnahmen sind bei „In concert & in private“ nämlich vor allem Garretts Spaziergänge ins Publikum hervorzuheben, wo er mal für eine Person oder mehrere den privaten Violinenspieler gibt.

Mister Bongartz ist sich seiner Rolle als Popstar eben durchaus bewusst und hat schon im Vorfeld mit dem Gedanken gespielt, die Show als Rock´n´Roll-Konzert aufzuziehen, wo seiner Ansicht nach der direkte Kontakt mit dem Publikum unumgänglich ist. So wird Klassik zu Pop, Pop zu Klassik, E-Musik als reine Unterhaltung präsentiert und Garrett ist mittendrin als Dirigent der ihm ergebenen Massen. Schade nur, dass die Live-Darbietungen von Stücken wie z.B. „He´s a pirate“ (das Fluch der Karibik-Thema), „Ain´t no sunshine“ (Bill Withers), „Summertime“ (aus „Porgy & Bess“), „Nothing else matters“ (Metallica) oder „Der Hummelflug“ (von Rimski-Korsakow) stets damit zu kämpfen haben, dass die Fassung mit Orchester, zwei Gitarren, Schlagzeug, Keyboard und einer Violine als bestimmendes Instrument meist immer etwas Einstudiertes und selten Ehrfürchtiges besitzen. Für an der Materie Interessierte ist „In concert & in private“ sicherlich die spannendste aller Garrett-Veröffentlichungen, als wirklich herausragend ist der über zwei Stunden lange Mitschnitt aus dem Tempodrom aber nicht zu bezeichnen.

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