Theatre Of Tragedy - Forever Is the World - Cover
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Theatre Of Tragedy Forever Is the World


  • Label: AFM Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob es ein Zufall ist, dass Ex-„Theatre Of Tragedy“-Sängerin Liv Kristine in diesen Tagen zeitgleich mit ihrer ehemaligen Formation ein neues Album vorlegt? Jedenfalls sicherlich nicht die schlechteste Möglichkeit, auf beiden Seiten noch etwas von den Lorbeeren des jeweils anderen zu profitieren. Ein Vergleich zwingt sich also beinahe auf, auch wenn sich die musikalische Ausrichtung tatsächlich in eine gegensätzliche Richtung entwickelt hat. Während Kristine mit ihrer Formation Leave's Eyes zunehmend Symphonic-Metal-Gerwässer à la Nightwish befährt, nähern sich Theatre Of Tragedy zur Freude ihrer Fans wieder mehr den Klängen ihrer größten künstlerischen Erfolge von „Velvet Darkness They Fear“ an.

Dieser Versuch ist prinzipiell erst einmal durchaus löblich zu nennen, funktioniert bei den ersten beiden Titeln „Hide And Seek“ und „A Nine Days Wonder“ aber nur bedingt. Zwar stellt sich hier heraus, dass die Industrial Rock Tage von „Musique“ wohl endgültig gezählt sind, das Tempo sich wieder im schleppend-doomigen Bereich abspielt und auch die schmerzlich vermissten Growls zurück sind. Dennoch möchte sich ein euphorisches Gefühl nicht wirklich einstellen. Das liegt zum einen an dem deutlich zu ausladenden Intro von „Hide And Seek“, vor allem aber daran, dass die Kompositionen insgesamt zu nichtssagend, zu unauffällig ausgefallen sind. Von einem Song à la „And When He Falleth“ sind Theatre Of Tragedy hier noch weit entfernt.

Einen etwas besseren Eindruck hinterlassen „Revolution“ und „Transition“, die zwar deutlich poppiger daher kommen, melodiös aber durchaus zu gefallen wissen. Vor allem „Hollow“ dürfe darauf hin durchaus die Fans der alten Tage ansprechen, während „Astray“ mit krachenden Gitarren und interessantem Gesang ein interessantes Experiment darstellt. Insgesamt hinterlässt die zweite Albumhälfte einen deutlich besseren Eindruck, als es bei den ersten Songs der Fall war. Weitere Höhepunkte lassen sich mit dem sehr atmosphärisch-düsteren „Frozen“ und der rockigen Single „Deadland“ ausmachen. Der beste Song des Albums ist aber der Titeltrack „Forever Is The World“, der geschickt zum Ende hin platziert, die Scheibe ruhig ausklingen lässt.

Alles in allem ist „Forever Is The World“ aber ein Album mit Licht und Schatten geworden. Während sich Fans der ersten Stunde über die weitgehende Rückkehr zu den Wurzeln freuen dürften, verhindern die vielen eher durchschnittlichen Songs eine unbedingte Kaufempfehlung.

Anspieltipps:

  • Frozen
  • Deadland
  • Forever Is The World

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