Funeral For A Friend - Your History Is Mine: 2002 - 2009 - Cover
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Funeral For A Friend Your History Is Mine: 2002 - 2009


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 135 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles dabei für melancholische Alternative Rocker und hyperaktive Post-Hardcore-Hörer.

Als etwa vor einem Jahr das bislang letzte Funeral For A Friend-Album „Memory and humanity“ (10/2008) das Licht der Welt erblickte, schlossen viele Frieden mit der kurz vom Weg abgekommenen Whatever-Core-Hoffnung. Die zurückgeschraubten Schreiattacken und der unmissverständliche Blick auf die Charts von „Hours“ (06/2005) und „Tales don´t tell themselves“ (05/2007), der für etliche Fans ein saftiger Tritt in die Weichteile und ein Verrat an die Anfangstage der Band waren, erhielten keine weitere Plattform, stattdessen entschieden sich Matthew Davies (Gesang, Gitarre), Kris Coombs-Roberts (Gitarre), Darran Smith (Gitarre), Gareth Davies (Bass) und Ryan Richards (Schlagzeug) für Riffs der Güteklasse „Casually dressed and deep in conversation“ (11/2003), ein härteres Klangbild und (immerhin) einer ausbaufähigen Seele-aus-dem-Leib-schrei-Passage („Constant illuminations“), die weder aufgesetzt noch lächerlich klang. Um dieser „back to the roots“-Attitüde ausreichend Tribut zu zollen, feiern sich Funeral For A Friend mit dem Diskographie-Querschnitt „Your history is mine: 2002-2009“ erst einmal selbst und liefern Langzeitfans trotz Altbekanntem einige gute Gründe um sich die Scheibe vor allem in der Doppel CD-Ausführung zuzulegen.

Der erste Silberling beschränkt sich zwar fast ausschließlich auf die ersten beiden EP´s „Between order and model“ („10.45 Amsterdam conversations“) und „Four ways to scream your name“ („This year´s most open heartbreak“), sowie auf die vier Studioalben „Casually dressed in deep and conversation“ („Juneau“, „She drove me to daytime television“, „Escape artists never die“, „Red is the new black“) , „Hours“ („Streetcar“, „Roses for the dead“, „History“), „Tales don´t tell themselves“ („Into oblivion (Reunion)”, „Walk away“) und „Memory and humanity“ („Kicking and screaming”) und hat somit eine scheinbar etwas unfaire, weil stärkere Gewichtung auf die früheren Veröffentlichungen von FFAF, doch da die vier brandneuen Tracks aus den Aufnahmesessions der letzten Platte der Qualität der regulären Outputs in keiner Weise nachstehen und es neben dem ordentlichen „No honour among thieves“ und „Captains of industry“ mit „Wrench“ und „Built to last“ zwei Nummern auf die Tracklist geschafft haben, die in ihrer unwiderstehlichen Mischung aus harten Riffs, Screams und hochmelodiösem Harmoniegesang auch auf dem Longplayer-Debüt mühelos Platz gefunden hätten, ist die unausgeglichene Aufteilung einigermaßen nachvollziehbar, denn ein kleines Paket an überzeugendem, neuem Material ist immer besser als unzählige, bereits vielfach gehörte Songs.

Handverlesene B-Seiten und Coverversionen gibt es dann auf CD 2, allerdings mit schwankender kompositorischer und klanglicher Qualität. Zwar wird auch hier chronologisch vorgegangen und „The getaway plan“ von der „Juneau“-Single bildet gemeinsam mit „You want romance?“, „10 scene points to the winner“ (auf der Single zu „Escape artists never die“) und „Lazarus (in the wilderness)“ (auf der Single zu „Streetcar“) einen stürmischen Auftakt, mit fortschreitender Laufzeit wird jedoch kurzfristig zu stark dem Pathos gehuldigt („I am the arsonist“, „This letter“, „Africa (Home demo)“), die vier Neufassungen von „The system“ (Far), „Babylon´s burning“ (The Ruts), „Sunday bloody sunday“ (U2) und „The boys are back in town“ (Thin Lizzy) haben durch fehlenden Biss und stures Hinunterspielen kaum künstlerischen Nährwert und mit den Akustikversionen von „Drive“ und „The art of american football“, sowie dem elektronisch gehaltenen Haunts Remix von „Into oblivion“ ist nur herkömmliches Best Of-Bonusmaterial enthalten. Dafür machen sich „Crash and burn“ als 80er Jahre The Cure-Hommage, „The rise and fall“, „In a manner of sleep (Demo)” und „Pirate song“ als nicht ganz zu Ende gedachtes bzw. abgemischtes Rohmaterial äußerst gut, wohingegen „Faster“ und „Join us“ (beide von der „Kicking and screaming“-Single) zu unkontrolliert vor sich hin rumpeln. Alles in allem ist auf „Your history is mine: 2002-2009“ aber für jeden etwas dabei, sei es der melancholische Alternative Rocker oder der hyperaktive Post-Hardcore-Hörer, denn diese beiden Lager wussten Funeral For A Friend schon immer hervorragend zu verbinden.

Anspieltipps:

  • Redefine
  • Juneau
  • History
  • Walk Away
  • Built To Last
  • Crash And Burn
  • Into Oblivion (Reunion)
  • In A Manner Of Sleep (Demo)
  • 10 Scene Points To The Winner

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