Agnes - Dance Love Pop - Cover
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Agnes Dance Love Pop


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Agnes Carlsson steht vor der Jury der zweiten Staffel des schwedischen Ablegers von „Deutschland sucht den Superstar” namens „Idol” und beeindruckt mit einem Song der Sängerin Lisa Nilsson durch Stimmgewalt und überraschend wuchtiges Volumen. Der Rest ist Geschichte, möchte man denken, doch die erst 17jährige hat noch einen steinigen Weg vor sich, da das Publikum sie bei den späteren Endrunden scheinbar nicht favorisiert und erst das Eingreifen der Jury sie ins Finale bringt. Dort hat sie es bedeutend leichter, Agnes setzt sich gegen Sebastian Karlsson durch und gewinnt die zweite Staffel von „Idol”. Bis auch der Rest von Europa Notiz von ihr nimmt, vergehen allerdings vier weitere Jahre, in denen sie in ihrem Heimatland ein mit Doppel-Platin-veredeltes Debüt („Agnes”) auf den Markt wirft und selbst mit dem Nachfolger „Stronger” noch einmal Platin einfahren kann.

Erst mit „Release me”, einer gut gelaunten Discopop-Nummer, welche die stimmlichen Qualitäten der mittlerweile 21jährigen präsentiert und sowohl im Radio als auch in den Clubs für ordentlich Bewegung sorgt, knackte sie den europäischen Markt und landete eine astreine Top 10-Single. Die Zeit ist daher mehr als reif für „Dance love pop”, das dritte Album der schwedischen Sängerin. Ein vergleichbarer Hit wie „Release me” befindet sich unter den neuen Songs zwar nicht, dafür ist Agnes eine solide Platte gelungen, dessen Eckpfeiler sich aus R&B, Pop und Disco zusammensetzen, welche mit den unbekümmerten Texten über glückliche oder unerfüllte Liebschaften eine keineswegs störende, sondern gar förderliche Verbindung eingehen, wodurch oftmals ein angenehmer Bogen zu den 80er Jahren gespannt wird.

Das Ganze hat aber auch einen Haken und der nennt sich Langeweile, denn ist der Zauber von Agnes Stimme als Mischung aus Whitney Houston und Donna Summer erst einmal verflogen und konzentriert man sich auf die rein musikalische Seite, so hat „Dance love pop” nicht wirklich viel zu bieten. Altbekannte Synthesizer-Spuren, konventionelle Balladenummantelung, Beats nach Schema F und ein gelegentlich brummender Bass reichen nicht aus um den Hörer langfristig an die Scheibe zu binden. Einziges Trostpflaster ist und bleibt Fräulein Carlsson, denn ohne sie wäre ihre erste große Veröffentlichung bestenfalls Ausschussware von Kylie Minogue oder Madonna und so kann man fast schon wieder froh sein zumindest ein paar großartige Gesangseinlagen zu hören. Wem das reicht, könnte hiermit unter Umständen richtig glücklich werden.

Anspieltipps:

  • Release Me
  • Don´t Pull Your Love Out
  • Big Blue Wall (Piano Version)

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