Screw - X-Rays - Cover
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Screw X-Rays


  • Label: CLJ Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Screw sind den deutschen J-Rock-Fans spätestens seit der J-Rock Invasion in Köln 2007 bekannt. Erstaunlich, dass es trotz guter Kritiken und einer großen Fanschar in Europa aber bis 2009 dauerte, bis sie nun hier ihr Debüt veröffentlichen.

Nein, der CD-Player ist nicht kaputt, wenn man zu Beginn 30 Sekunden meint nichts zu hören, selbst mit absolutem Gehör wird man kaum mehr als ein sehr leises Grummeln vernehmen, bevor die beiden Gitarren eingreifen dürfen. Der Opener „Answer“ geht dann auch direkt mächtig ins Ohr. Die Rocknummer begeistert mit variablem Gesang, der von Flüstern bis zu verzerrten Schreien des Sängers Byo reicht, der damit seine gesamte Bandbreite aufzeigt. Zudem passt das Zusammenspiel der beiden Gitarren blendend zueinander. Schade, dass nach knapp drei Minuten schon wieder Schluss damit ist.

„VII Cardinal Sins“ dürfte vor allem im ersten Drittel jeden Industrialrocker erfreuen. Alle Facetten des Genres werden abgearbeitet und die Verzerrungen sind so stark, dass es fast im Ohr schmerzt. Nach einem kaum merklichen Übergang geht der Titel wieder in „normalen“ Rock über, der wieder Ohrwurmcharakter hat, selbst nicht so abgehärtete Musikfans werden sich an den stellenweise verzerrten Stimmen kaum stoßen, zu mitreißend spielt die Band auf.

Erst „Dust Box“ reißt das Album aus seiner rockigen Abwechslung, hier wird eine deutlich härter Gangart angeschlagen, die nicht so recht ins Gesamtbild passt. Gitarren, Schlagzeug und Gesang wirken wie losgelassen, als ob jeder machen darf was er will. Da der Track genau in der Mitte der Scheibe sitzt, bleibt zu vermuten, dass er dort mit Absicht platziert wurde, denn danach werden die Titel etwas härter, allerdings wird die Qualität der ersten Tracks hier auch wieder spielend erreicht. Als Beispiel kann man am ehesten „Firefly“ einfügen, das wie der große Bruder von „Dyspnea“ klingt.

„Yurikago“ fällt im musikalischen Gesamtkontext am Ende auch noch mal raus, diesmal allerdings in positiver Hinsicht. Wer bislang noch nichts mit J-Rock zu tun hatte, sollte den Song mal antesten. Er ist mit einer vereinnahmenden, kompositorisch vielschichtigen Melodie der krönende Höhepunkt der CD.

Anspieltipps:

  • Answer
  • Dyspnea
  • Black Monster
  • Yurikago

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