Oz - Versus - Cover
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Oz Versus


  • Label: CLJ Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Quartett wurde 2004 in Nijigata, Japan gegründet und spielte seither mehr als 100 Konzerte. Das in Japan bekannte Indie-Label Loop Ash nahm die Band 2005 für Japan unter Vertrag und förderte so den Bekanntheitsgrad bis nun CLJ Records für Europa zugriff. Visuell eindeutig dem Visual Kei zuzuordnen, mixen -OZ-, wie beim J-Rock üblich, verschiedenste Stile. So werden hier bunt Metal, Rock, Pop und japanischer Schlager gemixt.

„Last Shell“ ist als Opener ein hervorragendes Beispiel des bunten Musikstraußes. Darin wird auf der einen Seite Popmusik mit einer Ohrwurmmelodie präsentiert, während auf der anderen Seite harte Gitarren und ein dominantes Schlagzeug nebst extremen Growls und Screams eingestreut wird. Doch so weit die Extreme auch voneinander weg liegen, es funktioniert.

Stilistisch geht es dann so weiter. Auffallend sind dabei immer wieder Melodien, die zeigen, dass die Jungs kompositorisch einiges drauf haben. Während „Blaze“ genauso auf einer Speed-Metal-Platte hätte landen können, muss der westlich orientierte Hörer bei „Venom“ zwangsläufig an System Of A Down denken. Der Song fällt allerdings vor allem durch einen interessanten Mittelteil auf. Dort wird nicht einfach die Musik langsamer und wieder schneller, sondern man hat den Eindruck, die CD leiert wie es früher abgenudelte Tapes im Kassettenrekorder taten. Ein kleines Gimmick, das bei der Produktion entstand.

Lag das Album bis dahin deutlich über dem Durchschnitt vieler J-Rock-Produktionen, bricht die Qualität danach etwas ein. Nach dem Motto „Darf es noch ein bisschen mehr sein?“ brettern die Japaner mit jedem Lied noch eine Ecke härter los. Da auch die Melodien nur noch leicht variiert werden, ist der gute Anfangseindruck komplett dahin. „Athena“ hat zumindest wieder catchy Gitarren und mehr Gesang als Geschrei zu bieten, doch mit „In Rubbish“ geht das Gemetzel mit kurzen cleanen Parts wieder von vorne los.

Immer nur zwischen 4/4- und 7/8-Takt hin und her pendelnd, dudelt die Scheibe vor sich hin und gelegentlich denkt der geneigte Zuhörer, dass er das Lied doch schon gehört habe, denn zu häufig wiederholen oder ähneln sich Melodien und Strickmuster der Songs. Doch wer die CD nicht bis zum Schluss hört, verpasst mit „Breathe trees“ als letzten Song die Rückkehr zu den Stärken. Hier wird alles noch einmal auf den Punkt gebracht, was das Album hätte werden können.

Anspieltipps:

  • Last Shell
  • Venom
  • Breathe trees

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