Do Make Say Think - Other Truths - Cover
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Do Make Say Think Other Truths


  • Label: Constellat/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Do Make Say Think drehen schon seit 13 Jahren die eigentliche Kausalkette des Denkens vor dem Handeln um und spiegeln damit den Umstand wider, der meist mit instrumentalen Bands des Post-Rock Genres assoziiert wird: ein spontanes, von Emotionen geleitetes, Musikerlebnis. Knapp 44 Minuten neue Musik verteilt sich auf lediglich vier Kompositionen, die entsprechend dem Bandnamen als „Do“, „Make“, „Say“ und „Think“ betitelt wurden. Einfach aus der Laune heraus ist das nicht entstanden, denn die Stücke vermitteln tatsächlich einen gewissen Charakter, den man mit diesen Wörtern verbinden kann. Betrachten wir die Musik als zusammenhängend und drehen die Tracklist auf den Kopf, so erschließt sich die angesprochene Kausalkette, die man wunderbar auf die Entstehung der Musik anwenden kann. Zuerst das Nachdenken und Erfinden von Ideen („Think“), dann das Sammeln und Diskutieren dieser Einfälle („Say“). Als nächstes das schwierige mit Spannungen und Emotionen geladene kreieren der Musik („Make“) und schließlich das eher fröhliche Musizieren der fertigen Stücke („Do“).

Die Stimmung der Lieder entspricht der Bedeutung dieser vier grundlegenden Wörter. Demnach ist „Think“, wie erwartet, der ruhigste, nachdenklichste, und auch kürzeste Track des Albums. Dieser als einziger unter zehn Minuten dauernde Ruhepol bietet leider nichts nachhaltig Greifbares. Das absolute Sagen auf diesem Album hat „Say“. Es ist zum einen das längste Stück und zum anderen auch das vielfältigste. Als erstes öffnet es sich dem Hörer durch einen sehr eingängigen wiederkehrenden Part. „Make“ hingegen ist relativ sperrig, schwingt sich zu einem überladenen Crescendo hoch, endet aber seltsamerweise nicht danach, sondern windet sich noch ungemütlich über drei Minuten, als ob die Kreativität flöten gegangen und nur noch lustloses Musizieren möglich wäre. Begleitet werden „Say“ und „Make“ von sporadisch zum Einsatz kommenden Stimmen der Akron Family und dem Lullabye Akrestra, sowie Bläsern und einer Violine. Dafür ist „Do“ völlig entspannt, losgelöst, melodisch und irgendwie richtig positiv, jedenfalls bis kurz vor dem Ende.

Als Veteranen dieses Genres erfinden sich Do Make Say Think mit „Other Truths“ zwar nicht neu, besinnen sich aber mit ihrem sechsten Album auf alte Stärken und sind nach wie vor von den üblichen Standards des Genres entfernt. Ihre Musik Bedarf einer längeren Auseinandersetzung, um ihre subtilen Melodien und Spannungsbögen richtig aufzufassen. Auch wenn die vier Stücke nicht immer überzeugen können, so ist ihre Anregung der Vorstellungskraft nicht zu verachten. Mit Sicherheit wird jeder seinen eigenen Hirntanz erleben und sich andere interessante durch Neuronen befeuerte Gedanken machen.

Anspieltipps:

  • Do
  • Say

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