This City - We Were Like Sharks - Cover
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This City We Were Like Sharks


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Hardcore bzw. die Weiterführung in den experimentell angehauchteren Post Hardcore ist in seinen Grundprinzipien per Definition eine „trotzige Verweigerung gegenüber den neu einsetzenden Trends im Musikgeschäft um eine Konservierung des britischen Punk herbeizuführen, der den ursprünglichen und authentischen Ausdruck des Lebensgefühls darstellte, welcher durch die fortschreitende Entwicklung eine Verwässerung und Kommerzialisierung erfahren hatte. Es geht nicht allein um musikalischen Purismus, sondern auch um die Bewahrung der sozialkritischen Akzente“ – Was soll in diesem Zusammenhang nun von der Post Hardcore-Truppe This City gehalten werden, deren Debüt „We were like sharks“ von der Promotion-Abteilung deswegen (im Vergleich zu all den anderen Bands des Genres) als außergewöhnlich angepriesen wird, weil zu den Songs von Chris (Gesang), Grant (Gitarre, Gesang), Arran (Gitarre), George (Bass, Gesang) und Nick (Schlagzeug) getanzt werden kann? Kratzt das eigentlich irgendjemanden, der sich seinen Frust mit einer bissigen Post Hardcore-Platte von der Seele schreien will oder das Gehörte in einen eigenen kritischen Kontext setzt? Noch dazu wenn die Band aus London stammt? Wohl kaum.

Aber lassen wir mal den blödsinnigen Pressetext beiseite und kümmern uns um die Musik der fünf Briten, denn die kann wenigstens überzeugen. Zwar wandeln This City auf dem schmalen Grat zwischen einem weiteren aufgekratzten At The Drive-In-Ableger, der eine gewöhnungsbedürftige Mischung aus Cedric Bixler-Zavala und Zack de la Rocha (Rage Against The Machine) ins Mikro schreien lässt, und hochmelodiösen Punk-Strukturen, die das Material durch zackige Riffs und eine lässige Rhythmusgruppe weitaus zugänglicher machen als bei den offensichtlichen Vorbildern, doch schlecht ist diese Symbiose keineswegs. In „Black and blue“ baut das Fünfergespann außerdem einen stimmigen Postrock-Part in den Abschluss mit ein und die Hooklines sind mit einer derartig lästigen Penetranz gesegnet, dass sie auch nicht so schnell wieder aus dem Ohr verschwinden.

Was „We were like sharks“ allerdings vor höheren Punkterängen zurückhält, ist die Darbietung von Sänger Chris. Entgegen seiner restlichen Mitmusikanten, die ihren Dienst nach Vorschrift mit viel Hingabe verrichten, ist er der nicht zu übersehende Dorn im Auge. Wo z.B. Wuschelkopf Bixler-Zavala noch vor seiner Zeit bei The Mars Volta bei At The Drive-In aus einem reichhaltigen Emotionsrepertoire von leidend bis aggressiv zu schöpfen wusste, keift der This City-Schreihals beinahe immer in denselben nervigen Tonlagen herum und ruiniert somit den einen oder anderen Song. Fans von gut aufgelegten Post Hardcore-Bands sollten trotzdem zugreifen, denn das bestechende Songmaterial kaschiert diesen Makel zu einem gewissen Teil ganz ordentlich. All jene, die Musik zum Tanzen suchen, sollten sich aber (trotz Meinung des Pressetextes) besser woanders umsehen.

Anspieltipps:

  • We Move
  • Picture This
  • Moving Parts
  • Black And Blue

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