Scarlet Soho - Warpaint - Cover
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Scarlet Soho Warpaint


  • Label: Major Records/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das gemischte Doppel Scarlet Soho aus Großbritannien ist mit „Warpaint“ bereits beim zweiten Album gelandet, wobei man hierzulande davon nicht allzu viel mitbekommen haben dürfte. Jim (Gesang) und Scarlet (Bass, Synthesizer) bilden diese Formation seit dem Jahr 2000, veröffentlichten 2004 ihr Debüt „Divisions Of Decency“ in England und ließen es sich nicht nehmen, für IAMX und Zoot Woman die Shows zu eröffnen. Demnächst sind Scarlet Soho wieder auf Tour und zwar zusammen mit Leichtmatrose, wozu auch die Promotion für „Warpaint“, dieses Mal in der so genannten Tour-Edition, noch einmal angezogen wurde, obwohl es bereits seit März in den Läden steht.

Leider gilt hier aber nicht der alte Spruch vom Wein, der mit der Zeit immer besser wird. Höchst mittelmäßig und mit dünnen Songwriting-Ideen präsentieren Scarlet Soho tanzbaren Electro-Rock der oberflächlichen Sorte. Ob bei „Analogue Dialogue“ der Refrain langwierig wiederholt wird: Durch unzählige „ohohoo´s“ wird er auch nicht besser. Die Musik, welche größtenteils aus Standard-Synthie-Melodien der Retro-Schule und halbherzigen Bass-Einlagen besteht, auch nicht. Da wird zwar die Tanzbarkeit der Stücke genutzt, um so wenigstens auf der Stimmungsskala bei Konzerten punkten zu können, was zuhause nur wenig Relevanz hat.

Wir finden eben nette Synthesizer-Melodien, die durchaus hin und wieder zwingend werden, ansonsten aber im Neon-Kitsch der letzten 30 Jahre verebben, dazu vom stimmlich gut aufgelegten Sänger so weit gerettet werden, dass die Vocals zumindest im durchschnittlichen Bereich liegen. So sehr hingebungsvoll und sehnsüchtig wie gewollt, ist der zwar auch nicht, aber immerhin nicht so billig wie das Gros der dünnen Electro-Sounds. Einfach schade, dass ein spannungsvolles Instrumental wie „Under Strict Surveillance”, in dem der Bass wie auch bei „Is Growing Up The Best That We Can Do?” prägt, zum viel zu kurzen Stelldichein verkommt und den Briten mit „Warpaint“ schlicht ein schwaches Album zu attestieren ist, das immerhin im Ganzen leichtfüßig unterhält.

Anspieltipps:

  • Model Of Control
  • Under Strict Surveillance
  • Is Growing Up The Best That We Can Do?
  • Modern Radio

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