The Doors - Live In New York - Cover
Große Ansicht

The Doors Live In New York


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 398 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Besser waren The Doors nimmer, als bei ihren letzten Auftritten in New York vor dem Tod ihres Sängers, 18 Monate später.

Nachdem die New Yorker Felt-Forum-Konzerte der Doors in der Vergangenheit für die verschiedensten Live-Zusammenstellungen ausgeschlachtet wurden, gibt es nun das gesamte Festmahl am Stück: Vier Konzerte innerhalb von zwei Tagen, aufgezeichnet am 17. und 18. Januar 1970, gebündelt auf sechs CDs in gewohnt schmucker Edel-Verpackung für den kaufkräftigen Doors-Fan.

Zum Zeitpunkt der New Yorker Auftritte hatte die Band die Songs ihrer bisherigen Alben „The Doors“ (1967), „Strange Days“ (1967), „Waiting For The Sun“ (1968) und „The Soft Parade“ (1969) im Programm. Im Februar des Jahres sollte das bereits fertig aufgenommene Album Nummer fünf, „Morrison Hotel“, erscheinen und den mit dem vom Publikum zurückhaltend aufgenommenen „Soft Parade“-Album verlorenen Boden wieder gutmachen. Überhaupt hatte der Ruf der Doors in der letzten Zeit arg gelitten. Der Status als Skandalband haftete an den Kaliforniern, bei denen die Qualität der Auftritte zwischen kongenial und katastrophal schwanken konnte – je nach Tagesform von Sänger Jim Morrison.

Durch den Umstand, das „Live In New York“ vier Shows zusammenfasst, hat der Hörer das mitunter etwas anstrengende Vergnügen, während der gut 400-minütigen Laufzeit des Box-Sets den einen oder anderen pflichtbewusst vorgetragenen Crowd Pleaser wie „Roadhouse blues“, „Back door man“, „Five to one“ oder „Light my fire“ gleich in mehrfacher Ausführung serviert zu bekommen. Doch damit dürften die Doors-Fans leben können, zumal die Aufnahmen diesmal nicht – wie bei den vorangegangenen Live-Alben – nur mindere Bootleg-Qualität besitzen, sondern vom langjährigen Doors-Soundingenieur Bruce Botnick auf ein absolutes Top-Level gebracht wurden.

Während der vier Auftritte im Felt Forum wird deutlich, dass sich die Doors in ihrem Sound zu ihren Wurzeln als Bluesband zurückentwickelten und musikalischen Ballast, der z.B. auf dem „The Soft Parade“-Album zu hören war, abwarfen. Das hielt Jim Morrison, John Densmore, Robby Krieger und Ray Manzarek allerdings nicht davon ab, ausgelassen zu improvisieren und die Songs (darunter einige seltene Coverversionen) zu strecken (bei „The End“, nur einmal in vier Tagen gespielt, zeigt das Display am Ende fast 20 Minuten an!).

In die Länge gezogen wurden im Übrigen auch die Spielzeiten der sechs CDs, indem die leicht verpeilten Ansagen Morrisons („Hey, Mr. light man!“, „Jim’s fish joke“, „We have a special treat“ ), das Gemurmel des Publikums („Let’s get stoned, Jim!“, „I love you, Jim!“), kleinere Konzertpausen („Tuning/Breather“) sowie anderes überflüssiges Geplänkel („Start of show“, „Cheering/Tuning“, „End of show“) nicht wie üblich herausgeschnitten wurden. Das lässt „Live In New York“ zwar unheimlich authentisch, wenn auch etwas arg lang wirken.

Dennoch wurde an diesen zwei Tagen im Januar des Jahres 1970 Geschichte geschrieben, die sich kein Doors-Fan entgehen lassen sollte. Denn spätestens, wenn die Stimme Jim Morrisons am Ende des vierten Gigs hörbar nachlässt und komplett fertig klingt („Maggie M’Gill“, „Gloria“), weiß man, was Mr. Morrison damit meinte, als er während der Konzerte anmerkte „The shows were taped for eternity and beyond too”. Besser waren The Doors nimmer, als bei ihren letzten Auftritten in New York vor dem Tod ihres Sängers, 18 Monate später.

Anspieltipps:

  • Gloria
  • Money
  • The end
  • Five to one
  • Soul kitchen
  • Ship of fools
  • Universal mind
  • Back door man
  • Moonlight drive
  • Roadhouse blues
  • Little red rooster
  • Build me a woman

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Into The Great Unknown
  • 2017    
Diskutiere über „The Doors“
comments powered by Disqus