Mama Kin - In The City - Cover
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Mama Kin In The City


  • Label: Sound Pollution/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf Mama Kins Debütalbum „In The City“ könnte anstatt 2009 auch 1989 als Produktionsdatum stehen. Das verraten schon die ersten Töne von „Badge and a gun“, mit dem die vier Schweden, die sich nach einem Aerosmith-Song benannt haben, ihren 36-minütigen Songreigen eröffnen. Doch die Glam-, Sleaze- und Heavy-Rocker aus Karlstad klingen nicht nach ihren Namensgebern, sondern wie die Herren von Kiss in ihrer maskenlosen Phase.

Daran ist vor allem das Organ von Sänger Ward ausschlaggebend, mit dem der Schwede glatt als jüngerer Bruder von Paul Stanley durchgehen könnte. Nicht vergleichbar mit Kiss oder anderen Genregrößen ist dagegen Wards Talent als Songschreiber und Texter. Zwar ist auch die Prosa auf Kiss-Alben nicht gerade Pulitzer-Price-verdächtig, so dass Ergüsse der Merke „I wanna take you higher and higher tonight“ hier wie da zu finden sein könnten (bei Mama Kin sind sie es definitiv), aber eine Ansammlung so vieler nichts sagender Texte wie auf diesem Album stellt schon eine Leistung der besonders negativen Art dar.

Dazu passt, dass die auf „In The City“ vorgelegten Songs zu keiner Zeit mitreißen oder begeistern können. Dadurch klingt das Album nicht – offenbar wie gewünscht – retro, sondern gestrig und altbacken. Das Quartet kaut erschreckend abgestandene Riffs und Grooves durch, wärmt drittklassige Melodien zum vierten Mal auf und vergrault damit selbst unvoreingenommene Hörer in Rekordgeschwindigkeit. Ein echtes Grusel-Werk!

Anspieltipps:

  • You
  • Too much
  • Superman
  • Champagne, chicks and rock’n’roll

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