Train - Save Me, San Francisco - Cover
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Train Save Me, San Francisco


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn man die ersten drei Titel der neuen LP immer und immer wieder hören kann, versinkt der Rest in der großen Unbedeutsamkeit der Musikgeschichte.

College-Rock. So herablassend wird der Rock Trains oft betitelt und das, wo sie doch schon 15 Jahre am Schaffen sind. Allzu jung sind die Mannen um Pat Monahan also nicht mehr und doch trifft es College-Rock ganz gut. Zwar lassen die Country-Eskapaden und Pop-Einflüsse alles etwas erwachsener klingen, aber die Thematik der Lieder ist bis heute so simpel gestrickt, dass es genau richtig für den College-Feierabend ist. Deutsche Hörer müssen immer noch einmal nachfragen, um wen es sich bei Train eigentlich handelt, aber mit ein wenig Radioerfahrung sollte zumindest „Drops Of Jupiter (Tell Me)“ ein Begriff sein, der sich in das Hörerhirn eingebrannt haben sollte.

Diese Epik wie in einem „Drops Of Kupiter (Tell Me)“ ist allerdings nicht das übliche Terrain der Band. Viel lieber wird ein wenig Root und Country angewandt und das soll auf „Save Me, San Francisco“ wieder deutlicher werden. Viel Sonnenschein und gute Laune, sowie ein paar jugendlich naive Gedanken sind an der Tagesordnung, was mit der Titeltrack-Hymne gleich losgeht. Wer bei diesem Akustikgitarrentrack keine gute Laune bekommt, der ist entweder Hardcore-Metaler, Extrem-Emo oder durch und durch Kellerkind. Auch das anschließende „Hey, Soul Sister“ sorgt für Sonnenschein im Stile eines Jason Mraz. Das ist fast schon Surfer-Sound, den Train hier abliefern. Damit ist das Thema des Albums auch schon beschrieben. „Save Me, San Francisco“ soll ein kleiner Weltverbesserer sein und wie die ersten beiden Songs das bereits geschafft haben, wird mit „I Got You“ mit ein wenig Soul im Rock solide weitergemacht.

Aber was heißt hier solide? Das ist richtig gut und beweist, dass Train die Form des letzten Albums locker beibehalten haben. Dass natürlich auch hier wieder vor Pathos triefende Nummern ertönen, war vorauszusehen und so biedert sich mit „Parachute“ die erste Kitschnummer an, die zwar funktioniert, aber nun wirklich nur solide ist. Es wird zwar alles richtig gemacht und viele werden mitsingen und bei Abendstunde eine Kerze anzünden, aber es wirkt ein klein wenig konstruiert. Der Text allerdings reißt Einiges heraus. Experimentell geht es hier nicht mehr zu, wie auf dem letzten Output. Hier heißt es: Gute Laune oder Schmachtfetzen! Train besinnen sich auf ihre Grundfeste. „This Ain’t Goodbye“ lässt sich nur allzu sehr von „Parachute“ anstecken und ergießt sich in Gefühl, welchem allerdings der überspringende Funken fehlt.

Irgendwie ist der Geist des Anfangs abhanden gekommen und die Lieder drehen sich nur noch um das Eine. Richtig, die Liebe! „If It’s Love“ ist beschwingt in den Strophen und gefällt mit Lebendigkeit, doch der Refrain offenbart ein neues Gesicht, welches viel zu phrasenhaft erscheint. Dieser Track spaltet die Gemüter. Ein klein wenig College-Power-Pop darf dann mit „You Already Know“ auch noch dazukommen und der tolle Einstieg ist langsam in Vergessenheit geraten. Jetzt wiederholen sich Train nur noch und selbst die Akustikballade „Marry Me“ ist zu sehr auf Herzschmerz getrimmt. Alles verläuft zu sehr nach bekanntem Schema und so müssen sich Train mit einer durchschnittlichen Wertung zufrieden sein, denn auch wenn man die ersten drei Titel der neuen LP immer und immer wieder hören kann, versinkt der Rest in der großen Unbedeutsamkeit der Musikgeschichte.

Anspieltipps:

  • Save Me, San Francisco
  • Hey, Soul Sister
  • I Got You

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