Weezer - Raditude - Cover
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Weezer Raditude


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band muss aufpassen, nicht bald vollkommen in der Belanglosigkeit angelangt zu sein.

Es ist interessant und traurig zu hören, wie sich eine einst großartige Band langsam aber sicher in die Belanglosigkeit spielt. Weezer sind eine jener Gruppen, die ein großartiges Debüt abgeliefert (1994: „Blue Album“) und sich dann über gefällige Longplayer wie dem „Green Album“ (2001) hin zu kompletten Langweilern (2005: „Make Believe“) vorgearbeitet hatten. Zuletzt durfte man jedoch wieder aufhorchen: Das dritte selbstbetitelte Album (oder auch das „Red Album“) aus dem letzten Jahr machte wieder mehr richtig. Doch wird gerade mal ein Jahr später schon der insgesamt siebte Longplayer „Raditude“ veröffentlicht, muss man sich die Frage stellen: Kann das gut gehen?

Mit „(If You're Wondering If I Want You To) I Want You To“ - der ersten Singleauskopplung - erwecken Weezer bereits den Eindruck, dass hier vor allen Dingen der Spaß im Vordergrund stehen soll. Flott und fröhlich rockend kommt einem der Song entgegengesprungen und geht sofort ins Ohr, aber auch genauso schnell wieder raus. Auch die folgenden Lieder gehen nach dem gleichen Muster vor und sind leider meist schnell wieder vergessen („The Girl Got Hot“, „Trippin' Down The Freeway“). Richtig peinlich wird es dann bei Songs wie dem Partytrack „Can't Stop Partying”, bei dem man sich unangenehm an das „Pokerface”-Cover (Lady GaGa) von einem der Konzerte der letzten Tour erinnert fühlt, oder das schon im Titel ekelhaft schmierige „Love Is The Answer”. Das sind aber glücklicherweise die größten Ausrutscher.

So wirkt „Raditude” auf voller Länge wie der Versuch über Spontanität wieder mehr Frische in den Sound zu bringen - mit eher zweifelhaftem Erfolg. Vor allen Dingen hört man dem Album seine kurze Entstehungszeit an, denn vieles klingt vollkommen einfallslos und schnell zusammengebrettert. Der Fokus soll offensichtlich einfach nur auf möglichst viel Spaß liegen - und das funktioniert eben nur streckenweise. Wie zum Beispiel bei „Put Me Back Together”, bei dem Rivers Cuomo endlich mal nicht peinlich-pubertäre Lyrics wie „Monday to sunday I hit all the clubs / and everybody know me when I pull up / I got the real big posse with me, yeah I'm deep” zum Besten gibt. Was übrig bleibt, sind Cuomos sympathische Stimme und der typisch legere Weezer-Charme. So muss die Band aufpassen, nicht bald vollkommen in der Belanglosigkeit angelangt zu sein.

Anspieltipps:

  • (If You're Wondering If I Want You To) I Want You To
  • Put Me Back Together
  • Trippin' Down the Freeway
  • Let It All Hang Out

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