Lo Fat Orchestra - Questions For Honey - Cover
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Lo Fat Orchestra Questions For Honey


  • Label: Subterrania/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Lo Fat Orchestra erinnert mit seinem neuesten Werk im entferntesten Sinne an eine tanzbarere Version der White Stripes. Wo z.B. Jack und Meg in minimalistischen Bluesrockern nur mit Bass und Schlagzeug bewaffnet ein angenehmes Retro-Feeling aufkommen lassen, sind die Schweizer Chris the Man (Gesang, Orgel), Stan (Bass) und Dan (Schlagzeug) ein knallbunter Freudenspender aus 60er Jahre Beatmusik, popigen Avancen und treibendem Orgelsound wie ihn z.B. The Caesars in ihrem Ipod-Hit „Jerk it out“ anwenden. Das Ganze peppen die drei Herrschaften noch mit ein paar Electrobeats, kurzen Noise-Attacken und seltsamen Rhythmuswechseln auf und fertig ist „Questions for honey“.

Im Gegensatz zu den „weißen Streifen“ hat der zweite Output des Trios nach ihrem Debüt „Canned candies“ (07/2007) jedoch eins nicht zu bieten: Eine packende Dramaturgie. Okay, bei einem offensichtlichen Spaßprojekt wie dem Lo Fat Orchestra, wo Sänger Chris mal den coolen Rocker, den windschief krächzenden Schreihals oder den gleichgültig daher nölenden Indie-Musiker gibt und sich inmitten scheinbar wahllos übereinander geschichteter Samples dem exzentrischen Sound gegenüber behaupten will, kann ein kleinerer Fehltritt schon mal verschmerzt werden. Wenn allerdings das gesamte Album unfertig, langweilig und stellenweise gar nervtötend klingt, helfen auch die gut gelaunten Ambitionen des Dreiers nicht viel.

Doch genug kritisiert. Legt sich die forsche und ungestüme Art der Schweizer und kristallisieren sich mit dem an einen Remix eines Franz Ferdinand-Song erinnernden “No good brother”, der ironischen Mambo Kurt-Orgel-Keyboard-Instrumental-Posse „The countryside makes me depressive“ und dem treibenden „Wherever you go“ ein paar Gustostückerl heraus, macht „Questions for honey“ durchaus Spaß. Die Frage ist lediglich, ob einem unterm Strich durchwachsenen Produkt überhaupt die Chance und Zeit gegeben wird, sich zu entfalten oder ob es nicht gleich nach ein paar Hördurchgängen im Regal verschwindet.

Anspieltipps:

  • No Good Brother
  • Wherever You Go
  • The Countryside Makes Me Depressive

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