AC/DC - Backtracks - Cover
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AC/DC Backtracks


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 125 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den Sammler ist „Backtracks“ eine nette Box, um in der Geschichte seiner Lieblinge zu schmökern.

Mit dem Raritätenpaket namens „Backtracks” machen AC/DC ihren Fans ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, indem sie zum einen die im Jahr 2005 begonnene „Family Jewels“-Reihe mit einer weiteren DVD fortsetzen und obendrauf zwei CDs mit 12 raren Studioaufnahmen sowie 15 seltenen Live-Tracks frisch aus den Archiven packen.

Das Ganze wird als hübsch aufgemachtes Box-Set unters Volk gebracht, das den Hardcore-Fan an den Rand des Ruins bringen könnte. Denn die Box erscheint sowohl in einer „normalen“ Version als auch in limitierter Auflage als tatsächlich funktionierender Gitarrenverstärker (!!), den es allerdings nur online aus den USA zu beziehen gibt, was inkl. Versandkosten und Zollgebühren mit einem Betrag locker über 300 Dollar (ca. 210 Euro) zu Buche schlägt. Ein Segen für denjenigen, der sein Weihnachtsgeld noch nicht verplant hat. Dagegen machen die Jungs von Metallica – finanziell gewiss keine Kinder von Traurigkeit – ihren Fans ein echtes Sonderangebot, wenn sie die limitierte Collector’s Edition ihrer Live-DVD „Francais Pour Une Nuit/French For One Night“ für knapp 70 Euro anbieten. Es weihnachtet eben sehr und das Geld sitzt trotz Wirtschaftskrise entsprechend locker.

AC/DCs „Family Jewels“-DVD setzt dort an, wo die ersten beiden DVDs aufgehört haben. Sie präsentiert Videoclips ab dem Jahr 1992 bis 2009 – ist also topaktuell! Von „Big gun“ und „Hard as a rock“ über „Stiff upper lip” und „Safe in New York City” geht die Reise bis zu den Auskopplungen des “Black Ice”-Albums („Rock’n’Roll train” und „Anything goes”). Dazu kommen zwei Making Ofs und sieben ältere Bonus Videos, darunter Klassiker wie „Jailbreak“, „Highway to hell“ (zweimal) und „Dirty deeds done dirt cheap“.

Die Studio-Raritäten-CD geht ganz weit zurück in die Geschichte der Australier und beginnt mit „Stick around“ und „Love song“ aus dem Jahr 1974, als Originalsänger Bon Scott noch am Mikrophon stand. Beide Songs waren nur auf der australischen Ausgabe des „High Voltage“-Albums zu finden und zeigen AC/DC als ruhige, blues-orientierte Band. Dies ändert sich auch nicht mit der 1977er „Jailbreak“-B-Seite „Fling thing“. Erst „R.I.P. (Rock in peace)“ hat etwas mehr Dampf auf dem Kessel und schlägt den Weg ein, für den AC/DC berühmt geworden sind: Zünftiger Hardrock mit Wurzeln im Blues, der auf den letzten Alben etwas ins Hintertreffen geriet, aber auf „Black Ice“ wieder deutlicher zutage tritt. So arbeitet sich die CD aus den Siebzigern in die 80er („Snake eye“, „Borrowed time“), 90er („Down on the borderline“, „Big gun“) und die Nuller-Jahre („Cyberspace“) vor

Die Live-Raritäten-CD geht ebenso chronologisch vor, bietet aber nicht wirklich große Überraschungen. Der Reigen beginnt im Januar 1977 auf dem Sydney Festival („Dirty deeds done dirt cheap“), geht über diverse USA-Shows in den 80er Jahren, streift mit zwei Songs die 90er („Highway to hell“ und „For those about to rock (we salute you)“ 1991 live in Moskau) und landet mit „Safe in New York City“ im September 2000 in Phoenix, Arizona. Bis auf die zum Teil exotischen Auftrittsorte bedeutet dies für den Fan lediglich „Business as usual“ auf dem gewohnt hohen Live-Niveau von AC/DC.

Für den Sammler ist „Backtracks“ eine nette Box, um in der Geschichte seiner Lieblinge zu schmökern. Der Otto Normalverbraucher sollte dagegen beachten, dass zumindest die Studio-Raritäten-CD mehrheitlich B-Seiten auffährt, die wohl nur für Hardcore-Fans von Interesse sein dürften. Somit sollte man die Investition in diese Box wenigstens einmal kurz überdenken, ehe unnötige Enttäuschung aufkommt.

Anspieltipps:

  • T.N.T.
  • Love song
  • Dog eat dog
  • Back in black
  • Let there be rock
  • R.I.P. (Rock in peace)
  • For those about to rock (we salute you)

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