Fu Manchu - Signs Of Infinite Power - Cover
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Fu Manchu Signs Of Infinite Power


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Fu Manchu sind eine Live-Band, deren Energie zu überzeugen weiß, ihre Langspieler beginnen deutlich dahinter abzufallen.

Schleichend vollzog Scott Hill mit Fu Manchu eine Wandlung, die inzwischen zu seinem Abschluss gekommen sein dürfte. Fast alle Rockbands werden mit der Zeit softer, der Zahn der Zeit macht zahmer, weniger wütend und auch irgendwie versöhnlicher mit der Welt – nicht so Fu Manchu. Weit weg erscheinen die Zeiten ihres chillig-zurückgelehnten, smooven Stoner-Riff-Rocks, der ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen kennt, auf den Jahrtausendwendealben „The Action Is Go“, „King Of The Road“ und „California Crossing“; Stoner-Rock der im wahrsten Sinne des Wortes easy daher kam.

Sukzessive aber die Wandlung weg von bekiffter Coolness zu echtem Hardrock seit „Start The Machine“ 2004. Doch besonders „We Must Obey“ vor zwei Jahren haute derart in die Fresse, dass sich Liebhaber ihres Genre-Maßstäbe setzenden „The Action Is Go“ ernsthaft fragen durften, ob das eigentlich noch Fu Manchu sei. Und natürlich sind sie es noch: das simple Riffrockschema wird für immer ihr Markenzeichen bleiben, nur ist es eben unendlich druckvoller und auch um einige Takte schneller dargeboten, als vor einer Dekade. Dabei findet Scott Hill letztlich ja nur seinen modernen Weg zurück zu den Ursprüngen, als seine Band Ende der Achtziger noch Virulence und nicht Fu Manchu hieß und er Black Flag-Infizierten Hardcore frönte.

Seit Scott Reeder Brant Bjork an den Drums nach California Crossing ablöste ist aber Schluss mit lustig. So malträtiert er sein Schlagzeug und Bob Balch, Brad Davies und Scott Hill ihre Gitarren auf „Signs Of Infinite Power“ in vergleichbarer Brutalität wie auf dem Vorgänger. Das neunte Fu Manchu-Album ist eine Scheibe zum Druck ablassen, was ihren Verwendungszweck freilich einschränkt. Am stärksten wähne ich „Eyes x 10“, weil es noch verspielte Melodiefreude vergangener Zeiten durchblicken lässt, „Webfoot Witch Hat“ und „Gargantuan March“ überzeugen auch noch, der Rest bleibt kaum hängen. Fu Manchu sind eine Live-Band, deren Energie zu überzeugen weiß, ihre Langspieler beginnen deutlich dahinter abzufallen.

Anspieltipps:

  • Eyes x 10
  • Webfoot Witch Hat
  • Gargantuan March

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Sechs
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