Milking The Goatmachine - Back From The Goats - Cover
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Milking The Goatmachine Back From The Goats


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In einer Welt, in der sich der Ziegenpeter lange Haare wachsen lässt und seinen Hang zur Sodomie nicht mehr verheimlichen kann, ist es Zeit für Milking The Goatmachine! Aber eigentlich auch ohne diese Bedingungen, denn diese vier GoatEborger Konzept-Musikanten sind ein gut produzierter Gag, der den vorherrschenden Death- und Grindcore-Brei ein kleines bisschen auflockert.

Sie sind maskiert, natürlich mit dem Antlitz eines Ziegenbocks, gehören zu den Patienten des neuen Sublabels von Nuclear Blast, Anstalt Records, und machen brettharte Musik, nun ja, mit und über Ziegen. Viel mehr lässt sich über Goatleeb Udder (Vocals und Schlagzeug) und Goatfreed Udder (Gitarre und Bass), bei Liveauftritten unterstützt von Tony Goatana (Gitarre) und J.A. Hornlicker (Bass), nicht in Erfahrung bringen. Aus einer Nachfrage beim Management geht noch hervor, dass die Herren aus Chile kommen, wo Ziegen scheinbar einen besonders prägenden Charme an den Tag legen.

Das Debütalbum „Back From The Goats“ zeichnet sich durch Grindcore mit sehr variablen Rhythmen, gewürzt mit mähenden Samples, tiefe Growls, die nicht vor einigen „Bree Bree“-Einlagen zurückschrecken, und teilweise einfach nur köstliche Songtitel à la „The last unigoat“ oder „Goats got no clits“ aus. Was die Texte angeht, erweist sich jede naheliegende Vermutung als wahr und heraus kommt das neue Sub-Genre „Goatgrind“. Als Sahnestückchen kann man da „March into shed“, wo Pig Squeals (Goat Squeals gibt es ja leider nicht) besonders unterhaltsam eingesetzt werden, und Surf Goataragua, ein sympathisches Cover von Sacred Reich’s „Surf Nicaragua“, hervorheben. Auch „Bingo Bongo“ gefällt, da die Band ihren spaßigen Nonsens in diesem Song auf die Spitze treibt.

Milking The Goatmachine gehört erfreulicherweise zu den Bands, die sich einer altbekannten Sparte verschrieben hat, sich aber dennoch einige Gedanken über ihren Wiedererkennungswert machte, wenn auch kein Geniestreich dabei herauskam. Die Jungs sind anständig produziert und handwerklich ordentlich. Zudem zeigen sie für Genreverhältnisse abwechslungsreiche Songstrukturen, experimentieren ohne zu nerven mit den Vocals und beweisen mit ihrem Konzept schlicht und einfach Humor. Das hebt sie über den Durchschnitt hinweg und macht sie zur kleinen Empfehlung sowohl für Grindcore-Freunde, als auch allgemein für Metaller mit Offenheit gegenüber Spaß-Projekten. Määh, määh, määchtig heavy!

Anspieltipps:

  • March into shed
  • Surf Goataragua
  • Bingo Bongo

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