Saint Lu - Saint Lu - Cover
Große Ansicht

Saint Lu Saint Lu


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Rock-Sensation, höchstens eine zahme Annäherung.

Die Sängerin Luise „Saint Lu“ Gruber (25) stammt aus einem Dorf in der Nähe von Wels in der oberösterreichischen Provinz und ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Schon als kleines Kind wollte die heute 25-Jährige Sängerin werden und wagte, gerade volljährig geworden, nach dem Abitur den Sprung über den großen Teich nach Amerika, wo ihre musikalische Sozialisierung stattfand. Nach ihrer Rückkehr und dem Umweg über ein dazwischen geschobenes Schauspielstudium, landete sie unter den Fittichen des „Wir Sind Helden“-Produzenten Patrik „El Pattino“ Majer, mit dem Saint Lu ihr selbstbetiteltes Debütalbum aufgenommen hat, das über den Major Warner Music veröffentlicht wird.

Neben ihrem durchaus vermarktungsfreudigen Äußeren, zeichnet sich Saint Lu durch eine bemerkenswert rauchig-raue Röhre á la Anastacia, Alannah Myles oder Amanda Marshall aus, die sie für Songs in den Gewändern des 70er-Jahre-Rocksounds nutzt. Schließlich zählt die Österreicherin u.a. Gitarrengott Jimi Hendrix zu ihren Vorbildern. Für die Umsetzung ihrer Kompositionen griff das Team Majer/Gruber auf eine erlesene Auswahl an Studiomusikern zurück, die bereits für Künstler wie Seal, Joss Stone, Eric Clapton, Robbie Williams und Norah Jones spielten. Produktionstechnisch wurde eine retro-artige, warme Klangfarbe erzielt, die sich im digitalen Zeitalter auffallend von übrigen Veröffentlichungen abhebt.

Damit stimmen zumindest die Rahmenbedingungen für das 39 Minuten kurze Werk, das sich auf kompositorischer Seite erstaunlich bieder zeigt. Natürlich krachen hier und da die Gitarren mit ordentlich Schmackes („Don’t miss you own life“, „Love song“, „All in one“), spielt die Wurlitzer Orgel kernige Riffs („I say yeah, you say no“) und gibt es mit Streichern durchsetzten Philly Soul („Ankle-Biter“, „Memory“) zu hören. Dazu werden halbakustische Balladen („Here I stand”) und groovige Rhythmen („Rockstar car“, „What is that love?”) serviert. Das hat Niveau und klingt wie aus einem Guss, doch ein echter Knaller fehlt leider unter den elf Tracks. So wirkt das Saint-Lu-Debüt nicht wie die vom Label angepeilte Rock-Sensation, sondern wie ein zahme Annäherung. Tolle Stimme hin oder her, hier war gewiss mehr drin gewesen!

Anspieltipps:

  • Love song
  • Here I stand
  • Mister blow
  • I say yeah, you say no

Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Saint Lu“
comments powered by Disqus