Nirvana - Live At Reading - Cover
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Nirvana Live At Reading


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem legendären Nirvana-Auftritt auf dem Reading Festival im Jahr 1992 wurde wieder ein Mosaiksteinchen zu Tage gefördert.

Es war der 30. August 1992. Nirvana befanden sich schon seit Monaten auf Welttournee zu ihrem zweiten Studioalbum „Nevermind“ (09/1991). Sie schürten das Grunge-Fieber auf der ganzen Welt, bis auch der letzte Hörer wusste, dass eine neue Zeitrechnung in der Musikgeschichte begonnen hatte. So stieg „Nevermind“ zwar erst am 11. Januar 1992, drei Monate nach dem ursprünglichen Chart-Einstieg an die Spitze der US-Album-Hitliste, doch schon vorher war klar, dass hier ein Meisterwerk der Rockmusik abgeliefert wurde.

Auf ihrer Tournee hatten Nirvana auch die Songs ihres Erstlings „Bleach“ (06/1989) im Gepäck. So auch an diesem Abend auf dem Reading Festival in England. Nirvana eilte der Ruf einer manischen Live-Band voraus, die auf der Bühne oder in TV-Studios gerne Kleinholz hinterließ und weder sich noch das Publikum schonte. Ihre Präsenz in den Medien war gewaltig und mit den Hitsingles aus „Nevermind“ („Smells like teen spirit”, „Come as you are”, „Lithium” und „In bloom”) auch äußerst nachhaltig.

An der Nachhaltigkeit und dem Verlangen nach „neuem“ Nirvana-Material hat sich auch 15 Jahre nach dem Tod von Mastermind Kurt Cobain nichts geändert. Es gab und gibt eben nur ganz wenige Bands auf der Welt, die das Publikum so faszinieren, dass es immer mehr will, auch wenn eigentlich kein neues Material mehr gibt. Die Betonung liegt auf „eigentlich“, weil eben doch immer wieder Tonbänder, Videomaterial oder Demoversionen auftauchen, die sich zu Geld machen lassen. Man muss nur lange genug auf Dachböden, Tresoren und Tonstudios suchen.

Mit dem legendären Nirvana-Auftritt auf dem Reading Festival im Jahr 1992 wurde jetzt wieder so ein Mosaiksteinchen zu Tage gefördert, das den Fans Freudentränen in die Augen treibt. Und diese haben die Wahl: „Live At Reading“ erscheint sowohl als CD als auch als DVD – oder komplett als CD/DVD-Set, das vom Preis-/Leistungsverhältnis den meisten Sinn macht. Dem geneigten Käufer werden satte 24 Songs (auf der DVD 25) in rauer Tonqualität knapp über Bootleg-Niveau um die Ohren gehauen (die DVD ist in Dolby Digital DTS Surround Sound abgemischt), die es in sich haben. Nachdem Kurt Cobain im Rollstuhl auf die Bühne gebracht wurde (!), schießt die Band ein Feuerwerk aus Energie und Spielfreude von der Bühne, das an Intensität nicht zu überbieten ist. Die Songs werden mit einer wunderbaren LMAA-Attitüde durch die PA geblasen, in der kleine Verspieler oder verpasste Einsätze keine Rolle spielen. Selbst wenn Cobain ab und zu nicht mehr als ein Krächzen herausbekommt, ist dies der Gipfel der Coolness. In diesem Sinne: „And I swear: No, I don’t have a gun!“

Anspieltipps:

  • Lithium
  • In bloom
  • Tourette’s
  • Aneurysm
  • All apologies
  • Territorial pissings
  • Smells like teen spirit

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