Nosound - A Sense Of Loss - Cover
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Nosound A Sense Of Loss


  • Label: Kscope/EDEL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Den Italienern hätte ich solche Musik nicht zugetraut. Sie haben zwar ein sehr schönes Land, aber der unverdiente vierte Weltmeistertitel im Fußball macht sie nun mal unsympathisch. Eigentlich ist es nicht nur das, aber das ist keine Italien- sondern eine Musikkritik der neuen NoSound. Hinter diesem Bandnamen versteckte sich ursprünglich Giancarlo Erra, der für die Musik, die Texte, um es kürzer zu machen, eigentlich alles verantwortlich war. Alles alleine machen wollte Erra irgendwann nicht mehr und so ist aus diesem Ein-Mann-Projekt eine fünfköpfige Band geworden.

Ursprüngliche Intention war NoSound allen Porcupine Tree Hörern zu empfehlen, da das letzte Werk „Lightdark“ starke Ähnlichkeiten zu der frühen Phase der Band um Mastermind Steven Wilson zeigte. Die Empfehlung richtet sich eher an diejenigen, die mit stark atmosphärischer Musik etwas anfangen können. Hier vermischt sich Progressive Rock mit Ambient und Post-Rock zu einem mittlerweile viel eigenständigeren Mix als je zuvor. Ein Streichquartett (nur Damen) begleitet die Band (nur Herren), nein, er übernimmt die Hauptrolle und sorgt für eine Chillout-Atmosphäre, die sich durch das vollständige Album zieht. Die Gitarren, vorwiegend akustisch, sind im Hintergrund untergebracht und auch die Synthesizer-Klänge wurden zurück geschraubt. Ein natürlicher Klang wurde angestrebt. Vor allem die Streicher können somit langsam ihre Bögen über die Saiten ziehen und eine Melancholie, gar Nostalgie, versprühen.

Wenn sich zu dem Klanggemisch noch der sanfte Gesang von Erra hinzu gesellt, kann man wirklich ins Träumen geraten, wie in „Constant Contrast“, dem wohl eingängigsten Stück. In „Fading Silently“ wird man von Pianoklängen fortgetragen, während Erras traurige Stimme den Raum erfüllt. Die Texte fügen sich, wie die Musik, zu einer Einheit. Sie scheinen alle von einer Beziehung zu sprechen, einer einzigen Person und deren Leben. An einigen Stellen sind gewisse Längen, um nicht zu sagen ein vor sich hin plätschern, nicht zu verheimlichen. Wie soll man sonst die vier letzten Minuten von „Tender Claim“ beschreiben? Der Gesang ist ab und zu ein wenig zu harsch aufgesetzt und stört gar die Atmosphäre, wie zu Beginn des abschließenden „Winter Will Come“. Dieses bringt die depressive Stimmung noch mal auf den Höhepunkt, verdeutlicht das Verblassen einer Liebe und das Ende einer Beziehung, denn der Winter steht als Symbol für das Ende oder den Tod.

Erfreulicherweise ist die CD mit einem 5.1-Mix des Albums auf einer zusätzlichen DVD bestückt. Darauf noch eine Fotogallerie und einige kurze Videos (Making Of, Teaser, Videoclip zu „Constant Contrast“) zu finden sind. Die 5.1-Abmischung ist sehr gut gelungen und bietet die beste Methode diese traurige Musik zu genießen. Erras Stimme pendelt zwischen Front- und Rücklautsprechern, ist mal aus allen zu vernehmen oder das Echo aus den hinteren Lautsprechern. Einzig die Rücklautsprecher sind untypisch laut abgemischt, so dass genügend Abstand oder eine Lautstärkenachregelung nötig sein kann. „A Sense Of Loss“ bietet Musik, die vor allem in den herbstlichen Abendstunden, wenn es draußen grau und nass ist, besonders gut aufgenommen werden kann. Zum Entspannen, Träumen und sich einfach vom Alltag loslösen.

Anspieltipps:

  • Fading Silently
  • Constant Contrast

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