The Mary Onettes - Islands - Cover
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The Mary Onettes Islands


  • Label: Labrador/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

The Mary Onettes sind eine schwedische Band aus dem kleinen, im Nordwesten gelegenen Örtchen Jönköping. Ähnlich wie ihre musikalischen Landsmänner verstehen es Philip Ekström (Gesang, Gitarre), Simon Fransson (Gitarre), Henrik Ekström (Bass) und Petter Agurén (Schlagzeug) wunderbare, kleine Songs zu schreiben, die sich mit unwiderstehlichen Melodien sofort im Ohr festsetzen und schnell an Faszination zunehmen je länger sich die Scheibe im Abspielgerät dreht. Bekannt geworden ist der Vierer durch seine zwei Soundtrack-Beiträge „Explosions“ und „Lost“ in der dritten Staffel der Arztserie „Grey´s Anatomy“, die schon Bands wie Snow Patrol zu größerer Bekanntheit verholfen hatte.

„Islands“ stellt nach dem selbstbetiteltem Debüt von vor zwei Jahren nun das stets als schwierig gehandelte Zweitwerk, doch bei der Band selbst und ihrer Musik ist davon so gut wie gar nichts zu spüren. Das Bruderpaar Ekström, sowie Fransson und Agurén präsentieren mit schierer Leichtigkeit zehn in den dunklen Facetten der 80er Jahre eingebettete Indie-Pop-Stücke, die zwar keinen Innovationspreis gewinnen, aber die seufzende Melancholie solcher Acts wie The Cure, A-ha, Echo & The Bunnymen, The Sisters Of Mercy oder The Jesus & Mary Chain in jeder Sekunde atmen und hingebungsvoll zu einem stimmigen Ganzen verwoben haben.

Einziger Nachteil an der Mischung aus wehmütiger Stimme, von Sehnsucht zehrenden Gitarren und romantisch-schwelgerischen Harmonien ist die fehlende Abwechslung. The Mary Onettes liefern auf „Islands“ zwar keinen einzigen Lückenfüller ab, doch dummerweise ist dieser positive Punkt lediglich dem gleichbleibenden Aufbau ihrer Songs zu verdanken, deren Länge ausschließlich durch die Art der Einleitung und der Geschwindigkeit der Songs, welche meist im Midtempo angesiedelt sind, bestimmt wird. Die einzige Nummer, die sich wohltuend vom restlichen Schema abhebt, ist „Symmetry“, welche mit einer etwas rockigeren Ausrichtung das starre Korsett aufbricht und die Gedanken anderer Songs weiterführt.

Somit ist „Islands“ freilich keine schlechte Platte, aber trotzdem verbesserungswürdig. Wer das pathetische Fernweh eines Robert Smith oder Morten Harket sucht bzw. in die elegische Welt der 80er Jahre eintauchen will, dürfte bei The Mary Onettes dennoch an der richtigen Stelle sein.

Anspieltipps:

  • Puzzles
  • Symmetry
  • The Disappearance Of My Youth

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