Blitz The Ambassador - Goodbye Stereotype - Cover
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Blitz The Ambassador Goodbye Stereotype


  • Label: Jakarta/Groove Attack
  • Laufzeit: 57 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das wahrscheinlich beste HipHop-Album des bisherigen Jahres.

Als amerikanischer Rapper hat man es nicht leicht. Wichtig sind nicht nur die richtigen Klamotten und eine möglichst lässige Redensform, sondern auch die Herkunft, Hautfarbe und Lebensgeschichte. Ohne diese drei Faktoren fehlt der oft genannte „Respct“ der Branche.

„Blitz“ kommt aus Ghana, ist in Brooklyn aufgewachsen und ist schwarz. Passt also schon mal. Sein HipHop-Projekt Blitz The Ambassador ist keines, welches nur aus Beats und Bass besteht, es besticht gerade Live durch seine Instrumentale Vielfalt. Für das Debütalbum holte sich „Blitz“ anerkannte Größen des Genres wie Hypnotic Brass Band oder J.Ivy ins Boot. Unlängst eroberte das in den USA bereits im August erschienene Album die Charts der HipHop-Blogs und katapultierte sich in die Top 10 der HipHop Album Charts auf iTunes. Ganz ohne Label und Vertriebssupport wohlgemerkt.

Nach einem unglaublich stimmigen Prelude, welches direkt den Stil von Blitz selbsterklärt, fährt „Something To Believe“ die ersten Punkte ein. Der Stil von Blitz The Ambassador ist am ehesten mit dem gerade in den USA sehr erfolgreichen HipHop-Act Common vergleichbar. „Breathe Feat. Rob Murat“ ist die erste Single und wird in den USA bereits auf MTV 2 abgefeiert. Vollkommend zu Recht. Bläser und ein dicker Beat lassen den Sound ohne Umwege fühlen. „Lovers Remorse Feat. Rick Bartlett“ zeigt dagegen eine ganz andere, aber mindestens genauso mitreißende Seite von Blitz The Ambassador. Der Vers ist durch druckvollen Rap geprägt, der Refrain allerdings gefühlvoll von Rick Bartlett vorgetragen. Soul, Groove, Jazz und Reggea, irgendwie fliegt alles durcheinander und vermischt sich zu einem erfrischenden Sound. Übers „Instrumentalude“ verwöhnt „Home“ mit einem sanften Saxophone die Sinne. Das etwas monotonere „Ghetto Plantation“ arbeitet dagegen mit einer Akustikgitarre. Die instrumentale Vielfalt wurde bereits erwähnt, oder?

Aggressiver geht es in „Nothing To Loose Feat. Kate Mattison“ voran. Laut Pressetext ist Björk ein musikalisches Vorbild für „Blitz“. Björk wäre auch der passendste Vergleich für den Gesangspart im Refrain von Kate Mattison. „Dying To Live Feat. Tarrey Torrae“ bewegt sich filigran zwischen E-Gitarren à la Santana und traumhaften Pianoklängen. Lyrisch bewegen sich alle Songs zwischen Existenzangst und Rassendiskriminierung, bis hin zu Liebeserklärungen an Frauen, das Leben oder den HipHop.

Das siebenminütige „Remembering The Future“ sollte auch die letzten Zweifler überzeugen, bevor „B-Boy Massacre“ kein einziges Haar mehr auf dem kommerziellen Kopf des HipHop lässt. „Revival Feat. Hypnotic Brass Band“ schlägt direkt danach in dieselbe Kerbe. „Hand Of Time“ beendet nach einer guten Stunde das wahrscheinlich beste HipHop-Album des bisherigen Jahres.

Anspieltipps:

  • Something To Believe
  • Breathe Feat. Rob Murat
  • Home
  • Dying To Live Feat. Tarrey Torrae
  • Remembering The Future
  • B-Boy Massacre

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