The Boxer Rebellion - Union - Cover
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The Boxer Rebellion Union


  • Label: ADA Global/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Halbgar, aber immerhin noch nett. Für mehr reicht es definitiv nicht.

Seit der Performance auf dem Glastonbury Festival 2003 gehört das Quartett von The Boxer Rebellion zum festen Bestandteil der britischen Musikszene, die sich standesgemäß mit Vorliebe am melancholisch-hymnischen Gitarren-Pop orientiert. So auch Nathan Nicholson (Gesang, Gitarre), Todd Howe (Gitarre), Adam Harrison (Bass) sowie Piers Hewitt (Schlagzeug), die nicht nur von den Magazinen NME und Kerrang! gefeiert wurden. Trotzdem folgte auf das Debüt „Exits“ (2005) eine Durststrecke, welche mit der Auflösung des bisherigen Labels von The Boxer Rebellion einherging.

Angetrieben von teils euphorischen Begeisterungsstürmen auf den durchgängig stattfindenden Konzerten, wo es bereits neue Songs zu hören gab und gerade wegen der ernüchternden, erfolglosen Suche nach einem neuen Label, nahmen die Briten kurzerhand die Tracks auf, nannten sie zusammengefasst „Union“ und veröffentlichten dieses Album im Januar über iTunes. Fast schon historische Download-Zahlen und der Umstand, dass sie als erste kontraktlose Band mit einem Download-Only-Release die Billboard Album Charts knackten, lässt auf ein beachtliches Album schließen, was es nüchtern betrachtet allerdings nur in Teilen ist, dennoch nun einen CD-Release mit neuer Label-Heimat erfährt.

Zu sehr werden besonders von der Tonlage des Sängers Nathan Nicholson her (nicht nur) bei „Move On“ die großen Keane-Momente heraufbeschwört, welche sich von den vermeintlichen Vorbildern eigentlich nur darin unterscheiden, dass vermehrt auf knackige Gitarren gesetzt wird. Besser klappt es da bei „Evacuate“, wo Nathan beherzter seine Stimme einsetzt und auf heiser eindringliche Weise den zwingenden musikalischen Reigen unterstützt. Dieser besteht auf „Union“ konstant aus einprägsamen Lead-Gitarren, die mit viel Hall belegt hymnisch voranschreiten und von variablen Rhythmen seitens der Drums und präsenten Bass-Läufen in schwungvolle Regionen geleitet werden. So weit, so gut. Aber leider auch komplett vorhersehbar und zu oft an ähnliche Vertreter des Genres erinnernd.

Wenn die Akustikgitarre „Soviets“ einleitet, horcht man noch auf, muss sich dann aber mit der üblichen, mittelschnellen Brit-Pop-Hymne zufrieden geben, was zum Standard für die Dreiviertelstunde gerät. Für einen Track wie „Misplaced“ findet man fast in jedem Song vom Keane-Erfolg „Hopes And Fears“ ein stimmungsvolleres, intensiveres Gegenstück. Da häufen sich die Fragezeichen und wenn The Boxer Rebellion aus diesen engen Genre-Vorgaben auszubrechen versuchen, wie beim elektronisch pulsierenden „The Gospel Of Goro Adachi“ wirkt es halbgar, aber immerhin noch nett. Für mehr reicht es definitiv nicht, trotz der britischen Hype-Maschinerie, die uns anderes weiß machen will.

Anspieltipps:

  • Evacuate
  • Soviets
  • Forces
  • Silent Movie

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