Carrie Underwood - Play On - Cover
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Carrie Underwood Play On


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Als gottesfürchtiges „All-american girl” sicherte sich Carrie Underwood 2005 nicht nur den Sieg bei der vierten Staffel von „American Idol”, sondern seitdem auch regelmäßig die Spitze der Billboard-Charts, sodass die mittlerweile 26jährige bereits unzählige Platin-Auszeichnungen und Plattenverkäufe im zweistelligen Millionenbereich in Amerika vorweisen kann. Die erfreulich lockere und stets frische Art von Underwood gepaart mit dem untrüblichen Gespür für Harmonie und Melodie ihrer Songschreiber, verhalf der Country-Popprinzessin zwar noch nicht in unseren Breitenkreisen zu ähnlichen Höhenflügen, aber gemessen an der Popularität des Genres hierzulande ist das auch kein Wunder.

In diesem Sinne verwundert es auch nicht, dass der geneigte Käufer, der sowohl „Some hearts” (03/2006) als auch „Carnival ride” (11/2007) im Schrank stehen hat, vom Erscheinen der neuen Platte „Play on” so gut wie nichts mitbekommt, obwohl Fräulein Underwood mit ihrem dritten Longplayer einen ganzen Schritt weg vom Country geht und sich verstärkt dem Pop zuwendet, was die CD allein aus diesem Grund interessant erscheinen lässt. Diese Entscheidung ist sicherlich nachvollziehbar und der hohe Balladenanteil („Change“, „Temporary home“), der zur Hälfte kalorienhaltige Kost verspricht („Mama´s song”, „Someday when I stop loving you”, „Look at me”) dürfte vor allem in Zeiten einer Leona Lewis alles andere als verkehrt sein, doch wäre es andererseits gut gewesen, wenn sich die Songs letzten Endes wenigstens annähernd an die Stärken der vorangegangenen Alben orientiert hätten anstatt Country-Flair in ein paar halbgare Schmachtfetzen zu pressen.

Glücklicherweise hat Carrie gemeinsam mit ihren drei Produzenten Mark Bright (Rascal Flatts, Billy Ray Cyrus), Max Martin (Britney Spears, Celine Dion, Bon Jovi), Karl „Shellback” Schuster (Pink, Backstreet Boys) und den etwas über zehn Songschreibern auf der flotten Seite wieder ein paar gut gelaunte Stücke auf Lager, die es wesentlich besser verstehen, dem Hörer „Play on“ schmackhaft zu machen. „Cowboy Casanova” darf sich an einem stampfenden Beatgerüst versuchen, „Undo it” weist im Refrain Referenzen an Rihannas „Umbrella” auf und „Songs like this” jagt mit Orgel, Banjo und Fidel nach gerade einmal 2 ½ Minuten über die Zielgerade. Keine Frage, jeder dieser Songs würde sich wunderbar im Formatradio machen, eine harmonische Bindung zwischen der Stimme Carries, den Texten und den sich bislang immer sofort im Kopf festsetzenden Melodien der Vorgänger wird damit aber nicht erreicht.

Einzig und allein „Quitter” und „This time” atmen den sonnendurchfluteten Geist eines „Lessons learned”, „I just can´t live a lie” (von „Some hearts“), „Get out of this town” oder „All-american girl” (von „Carnival ride“) und bilden somit die spärlich gesetzten Höhepunkte von Underwoods drittem Oeuvre. Die Vorgabe für Album Nummer 4 nach diesem allzu glatten „Dienst nach Vorschrift” liegt daher klar auf der Hand: Bitte wieder mehr von der alten Carrie Underwood und etwas weniger von der neuen. Die rockigen bis popigen Rhythmuseinbindungen und die Balladen (abzüglich des kariesfördernden Zuckergusses) dürfen freilich bleiben, aber im Grundkern sollte sich eine Platte unter der Flagge von Fräulein Underwood auch anhören wie eine Platte von Fräulein Underwood und nicht wie eine zusammengeklaubte Songsammlung unterschiedlichster Songschreiber. Hoffen wir also das Beste.

Anspieltipps:

  • Quitter
  • This Time
  • Songs Like This

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